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Vier Heizsysteme mit Potenzial

Hocheffiziente Technologien

Mit der Energiestrategie 2050 will die Schweiz Energieeffizienz und erneuerbare Energien voranbringen – auch beim Heizen. Das Gasnetz ist dabei ein Teil der Lösung. Zusätzlich zu den bewährten Gasheizungen stehen mehrere innovative und besonders effiziente Heiztechnologien in den Startlöchern, die ebenfalls Erdgas und Biogas als Energieträger nutzen.

Alternative Heiztechnologien im Überblick

Gas-Wärmepumpe

Eine Gas-Wärmepumpe mit Absorptionstechnik verdichtet Wärme von einer niedrigen auf eine höhere Temperatur, sodass sich damit heizen lässt. Als Verdichter dient ein Gasbrenner. Gegenüber einer konventionellen Gasheizung erreicht diese Gas-Wärmepumpe einen viel höheren Wirkungsgrad von über 150%. Denn zusätzlich zu Erdgas und Biogas nutzt die Gas-Wärmepumpe erneuerbare Umgebungswärme. Diese Kombination sorgt für einen besonders tiefen CO2-Ausstoss. Als Wärmequelle empfiehlt sich in der Regel Erdwärme, die mit einer Erdsonde gewonnen wird.

Die Gas-Wärmepumpe mit Adsorptionstechnik hingegen nutzt Sonnenenergie als Umgebungswärme. Diese Technologie funktioniert in zwei Schritten:

  • 1. Schritt: Sonnenkollektoren produzieren Wasserdampf. Das poröse Mineral Zeolith – das Herzstück dieser Wärmepumpe – nimmt den Wasserdampf auf und gibt dabei Heizwärme ab.

  • 2. Schritt: Sobald der Zeolith mit Wasser vollgesogen ist, trocknet ihn ein Gasbrenner. Das Wasser wird wieder zu Dampf, der kondensiert, und sammelt sich im unteren Teil der Wärmepumpe. Die so entstehende Kondensationswärme lässt sich ebenfalls zum Heizen verwenden – ein äusserst effizientes System.

Gas-Wärmepumpen eignen sich vor allem bei der Heizungssanierung in älteren Häusern. Sie erreichen problemlos die vergleichsweise hohen Vorlauftemperaturen, die bei solchen Gebäuden im Gegensatz zu Neubauten benötigt werden. In der Schweiz wurden erste Gas-Wärmepumpen realisiert, doch die Nachfrage ist gering. Deshalb bieten die Produzenten über ihre offiziellen Schweizer Vertriebskanäle in der Deutschschweiz aktuell keine Gas-Wärmepumen an.

Brennstoffzellen-Heizung

Ähnlich wie eine Batterie stellt eine Brennstoffzelle aus chemischer Energie Strom und Wärme her. Trotz des Namens findet keine Verbrennung mit offener Flamme statt. Zugeführt wird Erdgas und Biogas, das die Brennstoffzellen-Heizung für den chemischen Prozess in Wasserstoff umwandelt.

Je nach Haushaltsgrösse deckt der produzierte Strom den gesamten eigenen Bedarf. Trotzdem ist eine Brennstoffzellen-Heizung nur so gross wie ein Gefrierschrank und arbeitet fast geräuschlos. Brennstoffzellen halten am längsten bei einer konstanten Leistung. Deshalb werden sie nicht zu gross dimensioniert. Die meisten Modelle umfassen zusätzlich einen klassischen Gasbrenner.

Wegen ihrer hohen Energieeffizienz gilt die Brennstoffzelle als eine Schlüsseltechnologie der Zukunft. Doch mangels Nachfrage, sind in der Schweiz bei den Herstellern über ihre offiziellen Vertriebskanäle momentan keine Brennstoffzellen-Heizungen erhältlich.

Hybridheizung

Wärmepumpen-Hybridheizungen funktionieren hocheffizient und umweltschonend. Denn hier arbeiten eine Elektro-Wärmepumpe und ein Gas-Brennwertkessel optimal zusammen. Die intelligente Steuerung sorgt immer für den effizientesten Betrieb. Im Sommer und in der Übergangsjahreszeit, wenn die Heizung mit einer geringeren Vorlauftemperatur auskommt, genügt meist der Einsatz der Wärmepumpe. Bei tieferen Aussentemperaturen ergänzt die Gas-Brennwerttechnik die Wärmepumpe.

Eine Wärmepumpen-Hybridheizung spart Platz und läuft leise. Durch das optimale Zusammenspiel fällt der Energieverbrauch geringer aus als bei einer konventionellen Wärmepumpe oder einer Gas-Brennwertheizung. Um die Betriebskosten zu senken, kann die intelligente Steuerung sogar die aktuellen Strompreise und Gaspreise einbeziehen. Zudem lässt sich eine Hybridheizung auch in Gebäuden realisieren, in denen eine Wärmepumpe wegen der benötigten hohen Vorlauftemperaturen nicht in Frage kommt.

Strom erzeugende Gasheizung

Bei einer Strom erzeugenden Heizung produziert ein kleiner Verbrennungsmotor aus Erdgas und Biogas Strom, der den Bedarf je nach Haushaltsgrösse ganz oder teilweise abdeckt. Die Abwärme des Motors wird zum Heizen und für das Warmwasser genutzt. Wegen dieser Kombination spricht man von Wärme-Kraft-Kopplung.

Eine Strom erzeugende Gasheizung erreicht einen Gesamtwirkungsgrad von über 90%. Es gibt Modelle mit Stirling-Motor und solche mit Otto-Motor. Der Stirling-Motor funktioniert besonders leise und wartungsarm, weil die Verbrennung ausserhalb des Zylinders abläuft. Der Otto-Motor hat den Vorteil, dass er mehr Strom produziert.

Strom erzeugende Gasheizungen haben sich noch nicht durchgesetzt und die Nachfrage ist gering. Deshalb bieten die Hersteller über ihre offiziellen Schweizer Vertriebskanäle zurzeit keine Strom erzeugende Gasheizungen an.

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