Wärmeverbund Kappelenring

Eine einmalige Chance – Naturenergie aus dem Wohlensee nutzen

In der Gemeinde Wohlen bei Bern realisiert Energie 360° einen Wärmeverbund im Gebiet Kappelenring. Da die Heizzentrale die Wärme des Wohlensees nutzt, entsteht eine besonders umweltschonende und innovative Lösung. Der Wärmeverbund wird zu 80% mit erneuerbarer Energie aus der Region betrieben, wodurch die Abhängigkeit von ausländischer Energie sinkt. Erste Kundinnen und Kunden beziehen ihre Wärme bereits ab der Heizsaison 2018/19 von der Heizzentrale des Wärmeverbunds Kappelenring.

Das Wichtigste in Kürze

Energiequelle des Wärmeverbunds

Die Energiequelle für den Wärmeverbund Kappelenring ist natürliche und erneuerbare Energie mit Wasser aus dem Wohlensee. Zur Ausfallsicherheit und für Spitzenlasten (z.B. in einem überdurchschnittlich kalten Winter) wird eine Erdölheizung installiert, welche jedoch selten in Betrieb sein wird.

In der ersten Bauetappe wird die Erdölheizzentrale gebaut. Erst in der zweiten Etappe ist der Bau der Wärmepumpen und der Wasserfassung möglich. Um jedoch bereits im Herbst 2018 Wärme liefern zu können, wird diese mit der Heizzentrale der ersten Bauetappe erzeugt. Der Umstieg auf die erneuerbare Energie für den Wärmeverbund erfolgt gemäss Plan im Laufe des Jahres 2019.

Im Kappelenring gibt es derzeit sehr viele alte Ölheizungen, die bereits am Ende ihrer Lebensdauer angekommen sind und daher kurzfristig durch eine neue Wärmeversorgung ersetzt werden müssen. Damit die betroffenen Stockwerkseigentümergemeinschaften nun nicht für die nächsten 15-20 Jahre eine neue eigene Heizung bauen müssen, soll der Wärmeverbund möglichst schnell Wärme liefern. Da die aufwendige Technik der Wärmepumpen, sowie der damit verbundene Bewilligungsprozess eine etwas längere Vorlaufzeit benötigen, sichern wir die kurzfristige Wärmelieferung der Startphase des Verbundes mit dem Einsatz eines ersten Ölheizkessels. Nach der Installation der Wärmepumpen wird dieser Kessel dann nur noch in Spitzenlastzeiten und Ausfallsituationen in Betrieb sein. Mit diesem etappierten Ausbau der Wärmeerzeugung können wir erforderliche Wärmelieferungen bereits in der Heizperiode 2018/2019 gewährleisten.

Übergangsphase bis 2019

Der Projektplan sieht vor, dass dem Wärmeverbund spätestens ab der Heizperiode 2019/2020 Wärmepumpen als Grundlasterzeuger zur Verfügung stehen, die die Wärme an den Verbund liefern, ab dann kommt die Wärme für den Kappelenring also aus dem See.

Für Anwohnerinnen und Anwohner, die bereits früher ihre Heizung ersetzen müssen, wird eine Übergangslösung für die Wärmeproduktion mit einer Ölheizung bereitgestellt. Die Baupolizeibehörde Wohlen hat den reinen Ölheizungsbetrieb auf maximal 5 Jahre befristet. Energie 360° plant allerdings nicht von der ganzen Frist Gebrauch zu machen. Bereits in der zweiten Heizsaison, im Herbst 2019, wird auf die erneuerbare Energie aus dem Wohlensee umgestellt.

Der Betrieb des Wärmeverbundes auf Basis einer rein fossilen Ölheizung war aus verschiedenen Gründen nie eine Option. Zudem ist in unseren Wärmelieferverträgen mit unseren Wärmekunden die Qualität der Wärme, die unsere Kunden vom Wärmeverbund erwarten dürfen, verbindlich definiert.

Gewässerökologische Gutachten

Für das Baugesuch der Wärmepumpen wird aufgrund der Lage der Wasserfassung im Schutzgebiet ein gewässerökologisches Gutachten benötigt. Der Auftrag für dieses Gutachten wurde bereits im Sommer 2017 ausgelöst, noch im Frühjahr 2018 sollen die entsprechenden Untersuchungen abgeschlossen sein und die Ergebnisse vorliegen. Nach aktuellem Erkenntnisstand sind keine nachteiligen Auswirkungen des Projektes auf die regionale Flora und Fauna des Schutzgebietes zu erwarten. Nach Fertigstellung des Gutachtens können wir das Baugesuch für die Wärmepumpen stellen, um das Herzstück des neuen Wärmeverbundes bauen zu können und schliesslich im Herbst 2019 erneuerbare Energie an den Wärmeverbund liefern zu können.

Heizkosten für Wärmebezüger des Wärmeverbunds

Der Wärmeverbund liefert gebrauchsfertige Nutzenergie. Dies ist eine wesentliche Änderung gegenüber der gewohnten Beheizungsart, in der die Liegenschaftseigentümer mit dem Heizöl nur eine Primärenergieform einkaufen, die sie in einem zweiten Schritt selber in Nutzwärme umwandeln mussten. Im Gespräch mit unseren Kunden haben wir festgestellt, dass vielen Stockwerkseigentümern nicht klar ist, welcher Aufwand mit der bedarfsgerechten Beheizung eines Gebäudes verbunden ist (Abschreibungskosten der Heizung, Aufwand für Betrieb und Unterhalt, Serviceverträge, Reparaturkosten, Kaminfeger und Feuerungskontrolle, Wandlungsverluste etc.). Um unseren Kunden einen Eindruck von den Vollkosten der Beheizung zu geben, haben wir für alle Gebäude Heizkostenvergleichsrechnungen erstellt, in denen die Kosten der Fernwärme mit den jährlichen Kosten anderer Heizungssysteme verglichen werden. Dabei zeigt sich, dass die ökologisch deutlich höherwertige Fernwärme zwar im Allgemeinen etwas teurer ist als die alte Ölheizung zu momentanen Ölbezugspreisen. Diese Mehrkosten liegen jedoch meist deutlich unter 15%. Und bei einer längerfristigen Betrachtung wird sich diese anfängliche Kostendifferenz nochmals deutlich verringern, da der Ölpreis, sowie die damit verbundenen CO2-Abgaben steigen werden, die Fernwärme aufgrund der enthaltenen Gratis-Umweltenergie jedoch deutlich kostenstabiler ist. Zudem überzeugt die Fernwärme in Bezug auf die Langlebigkeit der eingesetzten Technik sowie die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben (z.B. MUKEN) ohne zusätzliche Investitionen.

Wir sind stolz darauf, dass in Wohlen ein so fortschrittlicher Wärmeverbund entsteht. Deshalb beteiligen wir uns an diesem Projekt.

Anita Herrmann, Vizegemeindepräsidentin Wohlen und Vorsteherin Gemeindebetriebe

Der Verbund macht’s möglich

Energie 360° hat verschiedene Heizsysteme darauf geprüft, wie gut sie sich technisch und wirtschaftlich für den Kappelenring eignen. Die beste Lösung liegt nahe: Als Wärmequelle empfiehlt sich der Wohlensee. Die Wärme des Seewassers wird mit Hilfe von zwei Wärmepumpen gewonnen. Seewärme ermöglicht es, wirtschaftlich und dennoch nachhaltig mit natürlicher Energie zu heizen. Eine zukunftssichere Anlage dieser Art lässt sich nur an wenigen Orten in der Schweiz realisieren – und nur mit einem Wärmeverbund.

Ein echtes Sorglos-Paket

Für die Hauseigentümer bedeutet der Wärmeverbund ein Rundum-sorglos-Paket ohne finanzielles Risiko und persönlichen Aufwand. Sie brauchen sich weder bei Planung und Realisierung noch später beim Betrieb mit der Anlage zu beschäftigen. Energie 360° übernimmt sämtliche Aufgaben und liefert mindestens 30 Jahre lang zuverlässig die benötigte Wärme.  

Umsonst dazu gibt’s das gute Gefühl, an einem Vorzeigeprojekt beteiligt zu sein und sich für eine nachhaltige Energiezukunft zu engagieren: Der Wärmeverbund verringert die Abhängigkeit von ausländischer Energie, senkt den CO2-Ausstoss und setzt auf eine zukunftssichere Technologie.

Die Vorteile auf einen Blick

Vorteile Betrieb:

  • Für Eigentümer kein Aufwand für Wartung und Unterhalt

  • Hohe Versorgungssicherheit durch Fernüberwachung

  • Einfache und komfortable Bedienung

Vorteile Region:

  • Regionale Energie, geringere Abhängigkeit von Energieimporten

  • Regionale Wertschöpfung bei Realisierung und Betrieb

Vorteile Ökologie:

  • «Natürliche» Energie

  • Vorwiegend erneuerbare Energie eingesetzt

  • Senkung Endenergie-Verbrauch

  • CO2-Reduktion

  • geringere Luftbelastung, keine Abgasemissionen im Wohngebiet

Vorteile Technologie:

  • Bewährte Technologie

  • Fortschrittliche und zukunftssichere Technologie  

Vorteile Finanzen:

  • Kein finanzielles Risiko, da vereinbarter Preis

  • Stabilere Preise als bei fossilen Energieträgern

  • Planbare, einfach berechenbare Kosten

  • Etwas geringere Investitionen als für neue eigene Anlage

  • Keine Kosten für Reparaturen und Anlagenersatz über die Vertragslaufzeit von 30 Jahren

  • Keine Kosten für Brennstoffvorrat und -Lagerung

  • Steuerliche Vorteile, da gesamte Investition inkl. Anschlussgebühr abziehbar

Vorteile Gebäude:

  • Platzeinsparung

  • Aufwertung durch modernes Heizsystem  

Häufig gestellte Fragen

Warum kam ausgerechnet für den Kappelenring die Idee eines Wärmeverbunds auf?

Als Quartier mit verdichteten Bauten und hoher Anzahl Wohneinheiten eignet sich der Kappelenring gut für einen Wärmeverbund. Die Gelegenheit für eine Realisierung ist zurzeit besonders günstig, weil es eine grosse Zahl von Heizungen gibt, die ungefähr gleichzeitig ihr Lebensende erreichen.

Welche Rolle spielt die Gemeinde Wohlen im Projekt?

Die Gemeinde unterstützt das Projekt. Im Oktober 2016 sprach sich die Gemeindeversammlung einstimmig für den Antrag des Gemeinderats aus, die Schulanlage Kappelenring an den Wärmeverbund anzuschliessen. Aus planungsrechtlicher Sicht sind die Weichen für den Wärmeverbund ebenfalls bereits gestellt: Die Gemeinde erarbeitete mit ihrem Raumplaner die Überbauungsordnung für das Areal der ARA, sodass sich die Heizzentrale des Wärmeverbunds dort integrieren lässt. Das Mitwirkungsverfahren für die neue Überbauungsordnung wurde ohne Einsprachen erfolgreich abgeschlossen.

Warum engagiert sich die Gemeinde in diesem Projekt?

Als Energiestadt unterstützt Wohlen das Projekt in erster Linie deshalb, weil es die einmalige Chance bietet, regionale und erneuerbare Energie zu nutzen. Zudem kam auf politischer Ebene schon früher die Idee für einen Wärmeverbund auf. Nun wird sie umgesetzt. 

Wie ist die Quartierorganisation «Chappele-Leist» involviert?

Mit dem «Chappele-Leist» pflegt Energie 360° einen engen Kontakt. Er übernimmt eine wichtige Rolle beim Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Eigentümern.

Was muss ich tun, wenn ich an diesem Projekt interessiert bin und erfahren möchte, zu welchen Bedingungen ich meine Liegenschaft an den Wärmeverbund anschliessen kann?

Schicken Sie uns einfach den ausgefüllten Fragebogen zu. Energie 360° prüft dann, ob ein Anschluss Ihrer Liegenschaft möglich ist und erstellt Ihnen eine individuelle Richtpreisofferte auf Basis Ihrer bisherigen Verbrauchsdaten.

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