So funktioniert der Wärmeverbund

Mit Wärme aus dem Wohlensee heizen

Energie 360° hat verschiedene Heizsysteme darauf geprüft, wie gut sie sich technisch und wirtschaftlich für den Kappelenring eignen. Die beste Lösung liegt nahe: Als Wärmequelle empfiehlt sich der Wohlensee. Die Wärme des Seewassers wird mit Hilfe von zwei Wärmepumpen gewonnen. Seewärme ermöglicht es, wirtschaftlich und dennoch nachhaltig mit natürlicher Energie zu heizen. Eine zukunftssichere Anlage dieser Art lässt sich nur mit einem Wärmeverbund realisieren.

Von der Seewasserfassung bis zur Wärme in Ihrem zu Hause

1. Seewasser fassen

Rund 250 Meter östlich der ARA Ey wird Seewasser über ein Entnahmebauwerk am Rand des Wohlensees gefasst. Das angesaugte Wasser fliesst dann in die Heizzentrale auf dem Areal der ARA.

2. Energie gewinnen

Durch einen Wärmetauscher (Verdampfer) übergibt das Seewasser seine Energie an den Ammoniak-Kreislauf der Wärmepumpe. Dabei kühlt es um zwei bis acht Grad ab und gelangt dann wieder zurück in den See. Die aus dem Seewasser gewonnene Energie reicht, um aus dem flüssigen Ammoniak Dampf zu machen. Denn das Kältemittel Ammoniak verdampft bereits bei tiefen Temperaturen.

3. Temperatur erhöhen

Der mit Strom betriebene Kompressor der Wärmepumpe verdichtet den Dampf und erhitzt ihn. Der heisse Ammoniak-Dampf strömt in den Kondensator, wo er seine Wärme an das konditionierte Wasser im Fernwärmenetz abgibt, dabei abkühlt und sich wieder verflüssigt.

4. Wärme ergänzen

An frostigen Tagen unterstützen zwei Ölheizkessel die Wärmeproduktion. Sie kommen auch zum Einsatz, wenn eine Wärmepumpe vorübergehend ausser Betrieb ist – zum Beispiel bei Unterhaltsarbeiten.

5. Wärme verteilen

Das heisse Wasser im Fernwärmenetz gelangt zuerst in den Fernwärmespeicher und wird von dort über isolierte Fernwärmeleitungen zu den angeschlossenen Häusern im und um den Kappelenring gepumpt.

6. Wärme nutzen

In den Wärmeübergabestationen geht die Energie des Wassers durch einen Wärmetauscher ans Heizsystem der Gebäude über. Das Wasser kühlt dabei um einige Grad ab und fliesst in die Heizzentrale zurück.

Häufig gestellte Fragen

Hat die Anlage Leistungsreserven?

Ja, das Fernwärme-Leitungsnetz wird auf den Wärmebedarf des gesamten Versorgungsgebiets ausgelegt.

In welchem Fall kommt der Speicher zum Einsatz?

Das Heisswasser wird immer vom Speicher aus ins Fernwärmenetz gepumpt. Der Speicher ist also nicht nur eine Reservekapazität, sondern ein wichtiger Teil des Systems.

Welche Anpassungen sind bei den Wärmeverteilungen in den Häusern nötig?

Das hängt von der Art und dem Alter der bestehenden Wärmeverteilung eines Gebäudes ab. In jedem Fall müssen die konventionellen Anlagen für die Warmwassererzeugung durch ein fernwärmekompatibles System ersetzt werden.

Was passiert, wenn der Wärmebedarf eines Gebäudes sinkt – zum Beispiel durch eine nachträgliche Wärmedämmung?

Der Wärmekunde hat in diesem Fall keine Nachteile. Er kann die abonnierte Leistung jederzeit auf seinen tatsächlichen Bedarf anpassen. Das Kombiventil wird dann auf die benötigte kleinere Wassermenge eingestellt und der Kunde zahlt ab dann nur noch den Grundpreis für die aktuell eingestellte Leistung. Im Gegensatz zu individuellen Heizungen sinkt der Wirkungsgrad der Wärmeerzeugung damit nicht.

Energie 360° wird den Wärmeverbund auch betreiben. Wie soll das von Zürich aus gehen?

Die Fernüberwachung erfolgt von Zürich aus. Bei allfälligen Störungen kommen jedoch Partnerfirmen in der Nähe zum Einsatz, mit denen Energie 360° zusammenarbeitet.

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