Energieplanung von Gemeinden: So gelingt der Umstieg auf erneuerbare Energien

Viele Gemeinden wollen den CO2-Ausstoss der Gebäude auf ihrem Gemeindegebiet reduzieren. Jetzt erhalten sie ein neues Instrument, das ihnen die Energieplanung erleichtert – und zwar digital: Mit der Gemeinde-Energieplattform können sie ihre Ziele klar formulieren und die Fortschritte verfolgen.

Energieplanung in der Stadt Zürich danke Energie-Plattform

Die Ausgangslage der Gemeinde-Energieplattform

Viele Städte und Gemeinden in der Schweiz erstellen eine Energieplanung und erneuern sie ungefähr alle 10 bis 15 Jahre. Die kommunale Energieplanung fokussiert sich auf die Wärmeversorgung und dient als Koordinationsinstrument der Raumplanung. Sie ermöglicht den Gemeinden einerseits, das Potenzial verschiedener Energieträger auf ihrem Gemeindegebiet zu ermitteln. Dazu gehören etwa Umweltwärme, industrielle Abwärme, Holz und Solarenergie. Andererseits hilft die Energieplanung dabei, diese lokalen Energiepotenziale und die Siedlungsentwicklung aufeinander abzustimmen. So fällt es den Gemeinden leichter, die richtigen Investitionen in die Versorgungsinfrastruktur zu tätigen und gleichzeitig den Anteil der erneuerbaren Energien an der Wärmeversorgung zu erhöhen.

 

Die Herausforderungen

In den meisten Gemeinden sind die Ressourcen zum Erneuern der Energieplanung knapp. Da es sich um eine zeitintensive Arbeit handelt, belassen diese Gemeinden ihre Energieplanung 10 bis 15 Jahre lang unverändert. Um die eigenen energiepolitischen Ziele zu erreichen und aktiv zum Umbau des Schweizer Energiesystems beizutragen, wäre aber eine regelmässig aktualisierte Energieplanung zentral.

Ohne ein dynamisches Planungsinstrument können Gemeinden ihren Transformationsprozess hin zu erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz kaum steuern. Oft kennen sie nicht einmal den aktuellen Ist-Zustand respektive ihre Energiebilanz und CO2-Bilanz. Entsprechend schwierig gestaltet sich zum Beispiel eine Kosten-Nutzen-Analyse von Fördermassnahmen.

 

Die Lösung

Mit der Gemeinde-Energieplattform von Energie 360° und ihrem Partner Enersis Suisse AG erhalten Gemeinden ein digitales Instrument als Basis für die Energieplanung. Die Webapplikation bündelt fürs gesamte Gemeindegebiet alle relevanten gebäudebezogenen Energiedaten zu Wärme, Kälte und Strom. Mit der Energieplattform können die Gemeinden ihre Ziele in den Bereichen Energie und Klimaschutz konkret formulieren und die Fortschritte verfolgen.

Die Energie-Plattform der Gemeinde Regensdorf

So sieht die Gemeinde-Energieplattform der Gemeinde Regensdorf aus.

Zusätzlich dient sie den Gemeinden für die transparente Kommunikation innerhalb der Verwaltung und nach aussen gegenüber der Bevölkerung.

 

Die Funktionen der Gemeinde-Energieplattform

Das Cockpit der Gemeinde-Energieplattform

So sieht das Cockpit der Gemeinde-Energieplattform aus.

Das Cockpit der Gemeinde-Energieplattform zeigt auf einen Blick die wichtigsten Energiekennzahlen eines Gemeindegebiets, etwa die Anzahl Gebäude, die beheizte Wohnfläche, die Verbräuche an Primär- und Endenergie, den Mix der Energieträger sowie die resultierenden CO2-Emissionen. Diese Kennzahlen lassen sich auch für eine Auswahl von Gebäuden darstellen, zum Beispiel für alle Häuser eines Quartiers.

Noch mehr Informationen liefert die Selektion einzelner Gebäude. Zusätzlich zu den genannten Kennzahlen zeigt die Gemeinde-Energieplattform Baujahr, Anzahl Etagen, Zustand (mit/ohne Gebäudesanierung) und den Wärmeverbrauch an.

Besonders hilfreich sind die verschiedenen Visualisierungen. Mit Hilfe von Farbcodes lassen sich für alle Häuser im Gemeindegebiet unter anderem folgende Gebäudedaten darstellen:

  • Baujahr
  • Energiebezugsfläche
  • Wärmeverbrauch
  • Energieträger
  • Eignung des Daches für Solarenergie (Solarkataster)

 

Die Vorteile

Mit der Gemeinde-Energieplattform ist die kommunale Energieplanung nicht länger ein statischer Prozess. Vielmehr ermöglicht sie Gemeinden, ihre Energiestrategie dynamisch zu planen, effektiv umzusetzen und zu monitoren. Die Gemeinden erhalten bessere Entscheidungsgrundlagen, um ihren Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050, des Pariser Klimaabkommens oder des 2000-Watt-Konzepts zu leisten. Besonders die Darstellung von energierelevanten Daten zum gesamten Gebäudebestand der Gemeinde liefert wertvolle Erkenntnisse. Für die Erfolgskontrolle lassen sich zum Beispiel jährliche Soll-Ist-Vergleiche zu den CO2-Emissionen und zum Anteil der erneuerbaren Energien durchführen.

 

Die Zusammenarbeit

Wenn sich eine Gemeinde für die Gemeinde-Energieplattform entscheidet, übernimmt Energie 360° das Projektmanagement. Das Unternehmen kümmert sich gemeinsam mit Enersis Suisse AG um die Organisation des Start-Workshops mit Vertretern aus Gemeinderat und Verwaltung, das Aufsetzen und das Aufschalten der Plattform sowie die Datenerhebung und die Schulung der Benutzer.

Der Aufwand für die Gemeinde hält sich in Grenzen: Sie bestimmt eine Ansprechperson für Energie 360°, legt die Teilnehmenden des Start-Workshops fest, lässt die involvierten Mitarbeitenden durch Energie 360° schulen und wirkt bei der Datenerhebung mit. Zudem informiert sie nach Bedarf über die Gemeinde-Energieplattform.

Das Pilotprojekt

Als erste Gemeinde nutzte Regensdorf (ZH) die Gemeinde-Energieplattform von Energie 360° für eine Pilotphase. Gemeinsam entwickelten die Partner die Energieplattform gemäss den effektiven Bedürfnissen von Gemeinden. Dabei analysierten sie, welche Funktionen und Darstellungen sich für die Gemeindeverwaltung von Regensdorf eignen und wie diese benutzerfreundlich dargestellt werden können. Wertvolle Erkenntnisse lieferte das Pilotprojekt auch zur Beschaffung von Daten und zum Datenschutz.

Weil Regensdorf mit der Gemeinde-Energieplattform gute Erfahrungen machte, hat sich die Gemeinde entschieden, mindestens für zwei weitere Jahre damit zu arbeiten. Das Pilotprojekt ist somit erfolgreich abgeschlossen und wird nun für interessierte Gemeinden umfassend angeboten und ausgebaut.

Mehr über die Energieplanung erfahren

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