Nachhaltiges Bauen: Darauf kommt es an

Klimaschutz, Energieeffizienz und ein gesundes Raumklima gehen beim nachhaltigen Bauen Hand in Hand. Worauf es dabei ankommt, erklärt der folgende Gastbeitrag der Baufritz AG – ein auf Ökohäuser spezialisiertes Unternehmen.

Ökologisches Wohnen

Wer heute über den Bau eines Eigenheims nachdenkt, hat meist gleich mehrere Anforderungen. Einerseits möchten immer mehr Wohneigentümerinnen und -eigentümer das Klima und die natürlichen Ressourcen schonen. Andererseits wünschen sie sich ein Raumklima, das einen positiven Effekt auf die Gesundheit hat. Ausserdem soll das Ganze finanziell tragbar sein. Zu den wichtigsten Herausforderungen der aktuellen Architektur gehört deshalb, moderne, wirtschaftliche Wohnkonzepte und nachhaltiges Bauen zu verbinden. Gesundheitsschonende Materialien und eine hohe Energieeffizienz sind inzwischen mindestens so wichtig wie Baustil und architektonische Besonderheiten. Eine zentrale Rolle spielen natürliche Baustoffe wie Holz, die richtigen Dämmmaterialien und innovative Technologien zum Heizen und zum Aufbereiten des Warmwassers.

Minergie: Normen für nachhaltiges Bauen


Für eine hohe und verbindliche Qualität rund um nachhaltiges Bauen steht in der Schweiz der Standard Minergie. Gebäude, die nach Minergie zertifiziert sind, zeichnen sich durch viel Wohnkomfort und eine vorbildliche Energieeffizienz aus. Dabei lassen sich zwei Normen unterscheiden:

  1. Minergie-P: Bei Gebäuden, die der 2003 eingeführten Norm Minergie-P entsprechen, handelt es sich um Niedrigst-Energie-Bauten. Ihr jährlicher Gesamtenergiebedarf beträgt maximal 50 kWh/m2. Erreicht wird dieser Wert in erster Linie durch eine effektive Dämmung und passive Wärmequellen wie Sonnenenergie. Die Wärmedämmung muss die gesetzlichen Bestimmungen um mindestens 30% unterschreiten. Zusätzlich wird die Luftdichtigkeit des Gebäudes überprüft und die Versorgung mit selbst erzeugtem Strom verlangt.
  2. Minergie-A: Häuser mit dieser Norm weisen eine positive Energiebilanz auf. Heizung, Warmwasseraufbereitung und Stromversorgung funktionieren mit selbst erzeugter Energie aus erneuerbaren Quellen. Dabei kommen unter anderem Wärmepumpen, Pelletsheizungen, Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher zum Einsatz. Der jährliche Gesamtenergiebedarf darf höchstens 35 kWh/m2 In der Regel erfolgt zuerst eine Zertifizierung der Gebäudehülle nach Minergie-P.

Lüften für gesundes Raumklima

Bei einer dichten Gebäudehülle ist der regelmässige Austausch der Innenluft entscheidend für ein gesundes und angenehmes Wohnklima. Auch hierfür hat der Verein Minergie Normen formuliert. Sie können auf unterschiedlichste Art und Weise umgesetzt werden. In Frage kommt etwa eine Lösung nach dem Kaskadenprinzip, welche die Luft mehrfach genutzt und sich perfekt mit einer Anlage zur Wärmerückgewinnung kombinieren lässt. Ebenfalls denkbar ist eine Einzelraumlüftung oder eine konventionelle Abluftanlage. Selbstverständlich kann auch in energetisch optimierten Häusern jederzeit ein Fenster geöffnet werden, um die Raumluft zu verbessern.

Natürliche Baustoffe wählen

Ein gesundes Raumklima hängt nicht zuletzt von den verwendeten Baustoffen ab. Innovative Vertreter der Baubranche, zu denen auch die Baufritz AG gehört, setzen in erster Linie auf den natürlichen Baustoff Holz. Schadstoffgeprüfte Naturmaterialien und die konsequente Anwendung baubiologischer Grundsätze schaffen ein Raumklima, das sogar Allergikern gerecht wird. Die in vielen konventionellen Baumaterialien vorhandenen Schadstoffe sind in Ökohäusern aus Holz nicht zu finden.

Haus am See

Ökohauser erfüllen nicht nur die unterschiedlichsten Ansprüche, mit schadstoffgeprüften Naturmaterialien sind sie auch gut für die Gesundheit.

Holz auch zum Heizen

Holzpellet-Heizung

Holzpellet-Heizungen sind effizient und klimafreundlich.

 

Innovative Unternehmen setzen nach der Konzeption und dem Bau auch bei der Bewirtschaftung von energieeffizienten Häusern auf nachhaltige Lösungen. Vor allem beim Heizen sind zeitgemässe Systeme gefragt, die erneuerbare Energien nutzen. Bei Ökohäusern aus Holz etwa liegt es nahe, zum Heizen wiederum Holz zu verwenden. Besonders effizient arbeiten Pelletsheizungen. Holzpellets sind ein ökologisches Nebenprodukt. Sie entstehen aus Restholz der holzverarbeitenden Industrie. Sägemehl, Hobelspäne und andere naturbelassene Abfallhölzer werden dabei ohne Zusatz von chemischen Bindemitteln unter hohem Druck in zylinderförmige Stäbchen gepresst.

Holzheizungen können auch mit Stückholz oder Schnitzel betrieben werden. Damit wird ein feuertechnischer Wirkungsgrad von mehr als 90% erreicht – ähnlich wie bei Ölheizungen oder Gasheizungen. Apropos Gas: Wer 100% Biogas als Brennstoff nutzt, schont das Klima ebenfalls und heizt nahezu CO2-neutral.

Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch

Neben der Wärme sollte der Fokus beim Betrieb eines Ökohauses genauso auf dem Strom aus erneuerbaren Energien liegen. Eine eigene Photovoltaikanlage lohnt sich wirtschaftlich vor allem, wenn der Strom grösstenteils direkt im Gebäude oder im Areal verbraucht wird. Seit 2018 sind dazu in der Schweiz Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch möglich. Dabei bietet die Hauseigentümerin oder der Hauseigentümer den Bewohnenden der Liegenschaft an, ebenfalls Solarstrom zu konsumieren. So fallen der Eigenverbrauch und die Wirtschaftlichkeit höher aus.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, bei Konzeption, Bau und Bewirtschaftung von Gebäuden nachhaltige Lösungen zu wählen. Sie sorgen nicht nur für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und für ein gesundes, schadstofffreies Umfeld. Meist lohnt sich nachhaltiges Bauen langfristig betrachtet auch finanziell.

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