Rainer Schöne im Interview mit der Zukunft

Rainer Schöne, Bereichsleiter Kommunikation und Politik, stellt sich den entscheidenden Fragen der Energiezukunft. Wie wir es schaffen, möglichst viele Menschen für das Thema nachhaltige Energielösungen zu begeistern. Setzen Sie mit Rainer Schöne auf die richtige Energie.

Rainer Schöne, Bereichsleiter Kommunikation und Politik, Mitglied der Geschäftsleitung

Rainer Schöne, Bereichsleiter Kommunikation und Politik, Mitglied der Geschäftsleitung

Herr Schöne, Sie sind Bereichsleiter Kommunikation und Politik bei Energie 360°. Worte sind bekanntlich geduldig. Schaffen wir den Schritt in eine nachhaltige Zukunft? Kann Energie 360° halten, was das Unternehmen verspricht?
‘Ja’, um bei einem einzigen Wort zu bleiben.

Das nenn’ ich mal kurz und knapp.
Ja – und in einem Satz haben wir unser Vorhaben mit folgendem Statement auf den Punkt gebracht: #AufDieRichtigeEnergieSetzen. In Zukunft dreht sich alles um diesen Satz. Dabei zählt vor allem, dass nicht nur Energie 360°, sondern wir alle auf die richtige Energie setzen.

Was ist denn die richtige Energie?
Die richtige Energie kann nur eine nachhaltige und erneuerbare sein. Privat setze ich seit Jahren auf erneuerbare Energien. Dazu gehört, dass ich meinen Energiekonsum hinterfrage und reduziere, wo ich kann. Das betrifft neben dem klassischen Energieverbrauch auch die Themen Verkehr, Reisen und Ernährung. Nachhaltig denken und umweltbewusst leben, so erreichen wir am Ende auch unsere ambitionierten Ziele.

Herr Schöne, setzt Energie 360° auf die richtige Energie? Ihr neuer Imageauftritt verspricht nachhaltige Energielösungen für eine Welt von morgen?
Das ist richtig und zeigt exakt den Weg auf, den wir gehen müssen. Den einzig gangbaren Weg, wenn wir an unsere kommenden Generationen denken und Verantwortung übernehmen wollen. Kurz gesagt: Ja, Energie 360° setzt auf die richtige Energie – zusammen mit unseren Kundinnen und Kunden – und nicht erst in ferner Zukunft, sondern hier und jetzt.

Ich bin bei Energie 360° verantwortlich für Kommunikation und Politik. In der Kommunikation ist mir vor allem wichtig, dass Energie 360° glaubwürdig wahrgenommen wird. Wie Sie wissen, ist Energie 360° noch immer einer der grössten Gasversorger in der Schweiz und wird deshalb auf Erdgas reduziert. Dabei wird übersehen, dass wir mit unseren integrierten Energie- und Mobilitätslösungen bereits erfolgreich auf dem Weg in die Welt von morgen sind. Dass wir zum Beispiel erneuerbare Energien wie Biogas und Holzpellets bis hin zu erneuerbarer Wärme aus dem Wasser des Zürichsees anbieten. Mehrere unserer Projekte wurden vom Bundesamt für Energie ausgezeichnet. Unser neuer Auftritt soll genau diese Leistungen in den Fokus rücken.

Herr Schöne, dann ist es ja nur noch eine Frage der Zeit, bis wir die Klimaziele erreichen?
Ja sicher. Aber es bleibt nicht mehr so viel Zeit. Bis wir Netto-Null-Emissionen erreicht haben, wird es sicher noch einige Jahre dauern. Damit wir das Ziel in den Dreissigerjahren erreichen, müssen schon jetzt einschneidende Massnahmen ergriffen werden. Das heisst, die Gesellschaft und die Wirtschaft müssen hin zu erneuerbaren Energien transformiert werden. Unser ganzes Leben, das jedes Einzelnen. Auch Energie 360° hat sich auf den Weg gemacht und das muss kommuniziert werden.

Es ist nicht sinnvoll, an Altem festzuhalten. Vergangenes ist vergangen und Neues muss neu entstehen. 2020 bis 2030 sind gerade mal 10 Jahre! Es muss ein Weckruf durch die Gesellschaft gehen. Die heutige Jugend macht es uns bereits vor. Die Kommunikation wird lauter. Das Thema nachhaltige Energie sollte im öffentlichen Leben ständig zu sehen sein und uns jeden Tag aufs Neue sensibilisieren mit den Möglichkeiten, die wir heute schon haben.

Herr Schöne, was müsste passieren, damit sich mehr Menschen für eine nachhaltige Zukunft engagieren?
Hoffentlich muss nicht erst eine Katastrophe passieren, bevor wir wirklich handeln. Zum Glück hat die Sensibilisierung bereits durch unsere Jugend ordentlich an Fahrt aufgenommen. Jetzt liegt es vor allem an uns, den Erwachsenen, zu handeln. Wir sind gefragt. Den Ball den Jugendlichen zurückzuspielen und zu sagen, im Demonstrieren seid ihr grossartig, aber jetzt müsst ihr auch mal konkret sagen, wie es gehen soll, wäre zu einfach und viel zu passiv. Aus meiner Sicht braucht es einerseits sinnvolle gesetzliche Massnahmen, die den Weg klar vorgeben und andererseits mehr Informationen für jeden Einzelnen. Gewissermassen Handlungsempfehlungen, was man heute schon für eine nachhaltige Zukunft unternehmen kann. Welche erneuerbaren Energien gibt es? Welche kann ich bereits nutzen? Wie kann ich bewusster konsumieren und mich sinnvoll ernähren? Oder ganz anders gedacht, warum gibt es nicht ein Schulfach, dass da heisst ‘Nachhaltigkeit’? Am besten als Hauptfach, das versetzungsrelevant ist.

Herr Schöne, alles neu überdenken und neue Ideen entwickeln, das hört sich sehr gut an. Ist unsere Gesellschaft bereit dafür?
Ich denke schon. Wissen verschafft Vorsprung. Geprägt von herausragenden Innovationen. Dazu brauchen wir aber auf alle Fälle auch eine Verschiebung der Werte. Ich wandere zum Beispiel sehr gerne und geniesse dabei unsere wunderschöne Natur. Das Paradoxe ist, sie wird wie selbstverständlich wahrgenommen und im weitesten Sinne von uns beim Wandern unbewusst konsumiert.

Ich habe mich einmal gefragt: Wie viel Wert hat denn so eine Wanderung durch unsere Heimat? 10 Franken, 100 Franken, 1000 Franken? Was kostet einmal Tiefdurchatmen in freier Natur? Ich kann es Ihnen sagen: Wenn sie nicht mehr da ist, sind diese Momente unbezahlbar. Was ich eigentlich sagen will: Schon heute kann jeder für ein paar Franken mehr im Monat in erneuerbare Energien wie Biogas, Holzpellets oder auch eine PV-Anlage investieren und somit eine nachhaltige Zukunft für sich selbst, aber auch für kommende Generationen ermöglichen. Das ist Fakt. Wir sollten nicht warten, bis wir für atemberaubende Naturmomente viel Geld bezahlen müssen, sondern jetzt anfangen, nachhaltig zu leben. Dann nähern wir uns auch in kurzer Zeit einer 2000-Watt-Gesellschaft und können weiterhin unser Leben geniessen.

Herr Schöne, was wünschen Sie sich persönlich von der Zukunft?
Ich wünsche uns allen, dass es die Menschheit schafft, eine lebenswerte Welt zu erhalten und dass es dabei nicht zu wachsenden Ungleichheiten kommt. Für mich ganz persönlich, dass mir nach wie vor Zeit bleibt, um mein Chinesisch weiter zu verbessern und mich mit Yoga für die nächsten Ideen inspirieren zu lassen.

Herr Schöne, vielen Dank für Ihr Interview mit der Zukunft.
Vielen Dank zurück.

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