Erneuerbare Energie vom Zürichsee fürs Hochschulgebiet
Ab 2037 werden die ETH Zürich, die UZH, das USZ und der Bahnhof Stadelhofen mit nachhaltiger Kälte und Wärme aus dem Zürichsee versorgt.
Das Projekt in Kürze
Energiequelle mit Zukunft
Der Zürichsee bietet eine praktisch unerschöpfliche und CO₂-neutrale Wärmequelle, die die städtische Versorgung stärkt und die knappe KVA-Abwärme sinnvoll ergänzt.
Lokale Energie für mehr Unabhängigkeit
Energie aus dem Zürichsee ersetzt fossile Energieträger und macht das Quartier unabhängiger von globalen Energiemärkten.
Stabilität durch bewährte Technologie
Die robuste Infrastruktur sorgt für eine verlässliche und nachhaltige Energieversorgung über Generationen hinweg.
Energie für Wissen, Gesundheit und Bewegung
Ab 2037 startet das Hochschulgebiet Zürich Zentrum (HGZZ) in ein neues Energiezeitalter. Energie 360° liefert künftig klimafreundliche Wärme und Kälte aus dem Zürichsee für die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich, die Universität Zürich (UZH), das Universitätsspital (USZ) und zusätzlich den Bahnhof Stadelhofen. So finden im Wissens- und Gesundheitscluster mitten in der Stadt Fortschritt und Nachhaltigkeit zusammen.
Über 55 000 Studierende, 33 000 Mitarbeitende und jährlich rund 42 000 Patient*innen prägen das Hochschulgebiet. Hier wird geforscht, geheilt und gelebt. Auch der Bahnhof Zürich Stadelhofen als wichtiger Verkehrsknotenpunkt verbindet täglich rund 80 000 Pendler*innen mit der Stadt. Wo so viel Leben pulsiert, wird auch viel Energie benötigt.
In grossen Schritten Richtung Netto-Null
Forschung, Lehre und medizinische Versorgung sind energieintensiv: Die ETH Zürich, die UZH und das USZ verbrauchen zusammen mehrere Hundert Gigawattstunden Energie pro Jahr – mehr als alle Einfamilienhäuser der Stadt Zürich, Winterthur und Uster zusammen.
Bereits heute unternehmen die Institutionen viel, um ihren enormen Energiebedarf zu senken und bis 2040 vollständig auf fossile Energieträger zu verzichten. Der Energieverbund von Energie 360° unterstützt sie dabei: Er spart künftig rund 700 Tonnen CO2 pro Jahr und bringt so Zürich dem Ziel «Netto-Null 2040» einen grossen Schritt näher.
Mit Investitionen von rund 40 Millionen Franken schafft Energie 360° die Grundlage, um eines der bedeutendsten Areale der Schweiz bis 2037 klimafreundlich zu versorgen. Der Energieverbund Hochschulgebiet demonstriert, wie nachhaltige Energieversorgung in urbanen Zentren erfolgreich umgesetzt werden kann.
Kurz erklärt
Damit die ETH Zürich, die UZH, das USZ und der Bahnhof Stadelhofen jederzeit mit ausreichend Kälte, Wärme und Warmwasser versorgt werden, nutzen wir die natürliche Energie des Zürichsees. In rund 40 Metern Tiefe wird Seewasser entnommen und zur unterirdischen Energiezentrale am Ufer geleitet. Von dort gelangt es über Wärmetauscher in die sogenannten Anergieleitungen und weiter bis in die Energiezentralen der Institutionen im Hochschulgebiet sowie des Bahnhofs Stadelhofen, wo es in nutzbare Energie umgewandelt wird.
Naturschonende Seewassernutzung
Die Wärmeentnahme beeinflusst die Seetemperatur nur geringfügig. Eine solch leichte Abkühlung ist für die Lebewesen kein Problem, denn Tiere und Pflanzen sind an saisonale Temperaturschwankungen gewöhnt. Ein Seiher verhindert, dass Fische und Kleintiere in die Leitungen gelangen können. Zudem wird das Wasser nur so schnell eingesaugt, dass keine oder nur eine schwache Strömung entsteht.
Seewasserfassung
In rund 40 Metern Tiefe wird dem Zürichsee Wasser entnommen. Dieses wird in die unterirdische Energiezentrale geleitet. Von dort aus gelangt das um wenige Grad abgekühlte Wasser über die Rückgabeleitung wieder zurück in den See.
Seewasserzentrale
Die Wärmepumpe in der Energiezentrale arbeitet nach dem umgekehrten Prinzip eines Kühlschranks. Statt Wärme aus dem Innenraum zu entziehen und nach aussen abzugeben, entzieht sie dem warmen Wasser Energie und überträgt sie auf ein Transportmedium. Dieses wird so auf die erforderliche Temperatur von ca. 70° - 75° C erhitzt. Die Wärmeenergie wird je nach Bedarf entweder in einen Energiespeicher geleitet oder direkt ins Fernwärmenetz eingespeist.
Anergieleitungen
Die niedrige Temperatur der Anergie wird durch ein unterirdisches Leitungsnetz von der Seewasserzentrale zu den Energiezentralen transportiert. Je nach Jahreszeit hat die Anergie eine Temperatur zwischen 4 und 9 °C. Sie kann sowohl zum Kühlen als auch zum Heizen verwendet werden. Es gibt zwei Leitungen im Anergienetz: eine für den Hin- und eine für den Rückweg.
Energiezentralen in den Institutionen
Mit Wärmepumpen und Kältemaschinen wird aus der Anergie nutzbare Energie gemacht. Dadurch verfügen die beteiligten Institutionen jederzeit über ausreichend Kälte – beispielsweise für die Kühlung von OP- und Hörsälen sowie der Forschungs- und IT-Infrastruktur – und zugleich über genügend Wärme und Warmwasser. Die Fernüberwachung rund um die Uhr sorgt dafür, dass alle Zentralen stets zuverlässig und effizient arbeiten.
«Der Energieverbund ist das Ergebnis enger Zusammenarbeit zwischen den HGZZ-Institutionen und der SBB. Mit diesem wegweisenden Schritt sichern wir eine nachhaltige und zukunftsfähige Energieversorgung.»
Dario D’Ercole
ETH Zürich
«Der See als Energiequelle dient im Hochschulgebiet zur klimafreundlichen Klimatisierung und Beheizung. So leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Transformation der Stadt Zürich von fossil zu erneuerbar.»
Romeo Deplazes
CEO von Energie 360°
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Gerne beantworte ich Ihre Fragen zum Energieverbund Hochschulgebiet.
Benjamin Köppel, Account Manager