Energie aus dem Zürichsee tanken
Wasser aus dem Zürichsee liefert die erneuerbare Energie zum Heizen und Kühlen des Gesundheitsclusters Lengg und weiterer Areale.
Das Projekt in Kürze
Energiequelle mit Zukunft
Der Zürichsee bietet eine praktisch unerschöpfliche und CO₂-neutrale Wärmequelle, die die städtische Versorgung stärkt und die knappe KVA-Abwärme sinnvoll ergänzt.
Lokale Energie für mehr Unabhängigkeit
Energie aus dem Zürichsee ersetzt fossile Energieträger und macht das Quartier unabhängiger von globalen Energiemärkten.
Stabilität durch bewährte Technologie
Die robuste Infrastruktur sorgt für eine verlässliche und nachhaltige Energieversorgung über Generationen hinweg.
Transformation für die Gesundheit von morgen
Im Zürcher Quartier Lengg liegen mehrere grosse Institute der Gesundheitsversorgung dicht beieinander. Dies ist die ideale Voraussetzung für einen Energieverbund, um die Kliniken und Institute klimafreundlich zu heizen und zu kühlen. Ein Riesenprojekt mit Strahlkraft: Der Gesundheitscluster Lengg wird die grösste Spitallandschaft Europas, die klimaneutrale Energie nutzt. Damit wird die Transformation der Kliniken und der Gemeinde Zollikon bis zu 10 000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr einsparen. Dies entspricht rund 4 Millionen Litern fossilem Heizöl – oder 1400 bewaldeten Fussballfeldern, deren Bäume der Atmosphäre CO2 entziehen.
Im Gesundheitscluster Lengg sind die Universitätsklinik Balgrist, die Klinik Hirslanden, die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, die Schulthess Klinik, die Schweizerische Epilepsie-Stiftung, die Klinik Lengg sowie die Mathilde Escher Stiftung und das Kinderspital vertreten.
Kurz erklärt
Damit die Kliniken des Gesundheitsclusters jederzeit über ausreichend Kälte für die Kühlung der OP-Säle und Geräte sowie genügend Wärme und Warmwasser verfügen, nutzen wir die natürliche Energie des Zürichsees. In etwa 30 Metern Tiefe wird Seewasser entnommen und zur unterirdischen Energiezentrale am Ufer geleitet. Von dort gelangt es über Wärmetauscher in die Anergieleitungen und weiter bis in die Energiezentralen der Kliniken, wo es in nutzbare Energie umgewandelt wird.
Naturschonende Seewassernutzung
Die Wärmeentnahme beeinflusst die Seetemperatur nur geringfügig. Eine solch leichte Abkühlung ist für die Lebewesen kein Problem; Tiere und Pflanzen sind an saisonale Temperaturschwankungen gewöhnt. Ein Seiher verhindert, dass Fische und Kleintiere in die Leitungen gelangen können, und das Wasser wird nur so schnell eingesaugt, dass keine oder nur eine schwache Strömung entsteht.
Unterirdische Seewasserzentrale
Das Herzstück des Energieverbunds bildet die fünf Stockwerke tiefe Seewasserzentrale. Hier durchströmt das Seewasser zunächst einen mechanischen Filter. Dieser hält Schwebstoffe im Wasser zurück, sodass sie nicht in den Wärmetauscher gelangen. Im Wärmetauscher gibt das Seewasser seine Wärmeenergie an den Zwischenkreislauf ab. Die so gewonnene Anergie gelangt über ein Niedertemperaturnetz zu den Energiezentralen.
Seewasserfassung
In rund 30 Metern Tiefe wird dem Zürichsee Wasser entnommen und in die unterirdische Energiezentrale auf dem Gemeindegebiet von Zollikon geleitet. Von dort aus gelangt das um wenige Grad abgekühlte Wasser über die Rückgabeleitung wieder zurück in den See.
Anergieleitungen
Die niedrige Temperatur der Anergie wird durch ein etwa 3,5 Kilometer langes, unterirdisches Leitungsnetz von der Seewasserzentrale zu den Energiezentralen transportiert. Je nach Jahreszeit hat die Anergie eine Temperatur zwischen 4 und 9 °C und kann sowohl zum Kühlen als auch zum Heizen verwendet werden. Es gibt zwei Leitungen im Anergienetz: eine für den Hinweg und eine für den Rückweg.
Energiezentralen in den Kliniken
Mit Wärmepumpen und Kältemaschinen wird aus der Anergie nutzbare Energie gemacht. Dadurch haben die beteiligten Krankenhäuser immer genug Kälte für die Kühlung der OP-Säle und Geräte sowie jederzeit genug Wärme und Warmwasser. Die Fernüberwachung rund um die Uhr sorgt dafür, dass alle Zentralen stets zuverlässig und effizient arbeiten.
Energiezentrale Zollikon mit Übergabestation
In der Energiezentrale Zollikon befindet sich eine Übergabestation. Dadurch wird die Umweltwärme aus dem See für die Wärmeversorgung Zollikons nutzbar.
Seewasser: nachhaltig heizen und kühlen
Seewasser ist eine unerschöpfliche Energiequelle, die mittels Wärmetauschern ganze Areale und Quartiere mit Wärme und Kälte versorgen kann. Wir erklären das Prinzip dahinter.
Energieverbund Lengg im Video erklärt
Der Energieverbund Lengg versorgt ab 2027 die Kliniken und Institute des Gesundheitsclusters Lengg mit erneuerbarer Energie aus dem Wasser des Zürichsees.
Entdecken Sie die Seewasserzentrale Lengg
Unter der Wässerig Wiese in Zollikon entsteht die fünf Stockwerke tiefe Seewasserzentrale. Werfen Sie einen virtuellen Blick in die unterirdische Zentrale.
Seeenergie für die Schulthess Klinik
Der Energieverbund Lengg wird die Schulthess Klinik künftig mit Energie des Zürichsees heizen und kühlen. Die Umstellung ist ein logistisches Grossprojekt. Wir haben die Verantwortlichen der Schulthess Klinik getroffen.
Anergieverbund Lengg: Interview Heinz Vögeli
Wärme und Kälte aus dem See: Die Schweizerische Epilepsie-Stiftung und weitere Institutionen setzen mit Energie 360° auf eine nachhaltige Areallösung.
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Gerne beantworte ich Ihre Fragen zum Energieverbund Lengg.
Clemens Högger, Leiter Verkauf