Heizung durch Fernwärme ersetzen
Mit welchem Heizsystem ersetzen Sie Ihre alte Gasheizung? Immer mehr Eigentümer*innen entscheiden sich für Heizen mit Fernwärme. Welche Gründe und Überlegungen stehen dahinter?
Publiziert 11.01.2022 Aktualisiert 26.10.2026 Lesedauer 6 minWie funktioniert Heizen mit Fernwärme?
Wenn die alte Heizung ihr Lebensende erreicht, bietet sich für Eigentümer*innen die Gelegenheit, ihre Wärmeversorgung zu optimieren und Aufwände zu reduzieren. So war es auch beim Mehrfamilienhaus von Elsbeth Kuster in Thalwil: Die Eigentümerschaft entschied sich für den Anschluss an einen Energieverbund. Was hat sie von dieser Lösung überzeugt?
Das Wichtigste zum Heizen mit Fernwärme
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Was Fernwärme bietet |
Was das für Eigentümer*innen bedeutet |
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Sicherheit |
Fernwärmenetze sind langfristig angelegte Infrastrukturen. Speicher- und Spitzenlastanlagen sichern die Wärmeversorgung zusätzlich ab. |
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Komfort |
Betrieb, Wartung und Reparaturen der zentralen Wärmeerzeugung liegen bei der Betreiberin. Eigentümer*innen kümmern sich um die hausinterne Wärmeverteilung. |
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Flexibilität und Nachhaltigkeit |
Ändert sich der Wärmebedarf des Gebäudes, lässt sich die Anschlussleistung anpassen. Der Energiemix nutzt erneuerbare und lokal verfügbare Quellen. |
Wie sicher ist Heizen mit Fernwärme?
Ein Fernwärmenetz ist für einen langfristigen Betrieb über mehrere Jahrzehnte ausgelegt. Anders als bei einer einzelnen Heizung im Gebäude ist die Wärmeproduktion im Energieverbund durch zusätzliche Anlagen abgesichert.
Redundanz und Speicher sichern die Wärmeversorgung
Wärmespeicher gleichen die täglichen Schwankungen zwischen Produktion und Verbrauch aus. Zusätzliche Spitzenlastanlagen liefern an besonders kalten Tagen weitere Energie. Sie können auch einspringen, wenn eine Hauptanlage gewartet wird oder ausfällt. Spitzenlastanlagen können eine andere Energiequelle nutzen. Damit ist der Energieverbund weniger von einer einzelnen Anlage oder Energiequelle abhängig. Eine solche Redundanz wäre für ein einzelnes Wohngebäude technisch und wirtschaftlich meist unverhältnismässig.
Wer vor einem Heizungsersatz steht, sollte deshalb nicht nur die Investitionskosten vergleichen. Auch Versorgungssicherheit, technisches Risiko und die Frage, wer bei einer Störung verantwortlich ist, beeinflussen langfristig die Wirtschaftlichkeit der Heizung.
Wie aufwendig ist Fernwärme im Betrieb?
Beim Anschluss an Fernwärme entfällt ein grosser Teil der Aufgaben und Kosten, die mit einer eigenen Wärmeerzeugung verbunden sind. Energie 360° organisiert die Installation der Wärmeübergabestation und übernimmt im laufenden Betrieb die Wärmelieferung. Auch Abrechnung, Wartung und Reparaturen der verbundseitigen Anlagen entfallen für die Eigentümerschaft.
Kein erneuter Ersatz der eigenen Heizung
Eine eigene Heizung erreicht irgendwann das Ende ihrer technischen Lebensdauer. Dann beginnt die Planung erneut: System wählen, Offerten einholen, Bewilligungen organisieren und Anlage ersetzen. Beim Heizen mit Fernwärme bleibt der Hausanschluss bestehen. Für Elsbeth Kuster und die anderen Eigentümer*innen war beim Ersatz der alten Gasheizung eine langfristige Lösung für das Mehrfamilienhaus wichtig. Sie müssen nun nicht mehr in regelmässigen Abständen eine komplette Wärmeerzeugung für ihr Gebäude beschaffen.
Während der vereinbarten Vertragsdauer besteht Planungssicherheit. Nach Ablauf können die Eigentümer*innen neu beurteilen, ob sie den Vertrag verlängern möchten.
Was bleibt Aufgabe der Eigentümerschaft?
Die Grenze verläuft bei der hauseigenen Wärmeverteilung. Anpassungen an Boiler, Fussbodenheizung, Radiatoren oder weiteren Komponenten im Gebäude organisiert und finanziert weiterhin die Eigentümerschaft.
Im Mehrfamilienhaus von Elsbeth Kuster liess sich die vorhandene Wärmeverteilung weiter nutzen. An die Stelle des früheren Heizkessels trat die Wärmeübergabestation. Die aufwendige Wärmeerzeugung ist damit in den Energieverbund ausgelagert.
«Ob Bodenheizung oder Radiator: In den Innenräumen sind keine Anpassungen nötig.»
Elsbeth Kuster
Miteigentümerin Mehrfamilienhaus
Was kostet eine Heizung mit Fernwärme?
Die Kosten bestehen aus einem einmaligen Anschlussbeitrag und laufenden Wärmekosten. Letztere setzen sich aus einem Grundpreis und den Energiekosten zusammen.
- Anschlussbeitrag: einmaliger Beitrag für den Anschluss der Liegenschaft an das Wärmenetz.
- Grundpreis: fixer Betrag für die bereitgestellte Infrastruktur; abhängig von der vereinbarten Anschlussleistung.
- Energiekosten: abhängig vom tatsächlichen Verbrauch.
Je nach Projekt stehen unterschiedliche Investitionsmodelle zur Auswahl: Ein höherer Anschlussbeitrag senkt dabei den laufenden Grundpreis. Welche Variante wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt unter anderem von Gebäude, Wärmebedarf und Investitionshorizont ab.
Für einen fairen Vergleich mit Wärmepumpe oder Gas sollten Eigentümer*innen deshalb nicht nur die anfängliche Investition betrachten. Relevant sind die Gesamtkosten über einen längeren Zeitraum – inklusive Betrieb, Wartung, Reparaturen und späterem Ersatz einer eigenen Anlage.
Was passiert, wenn sich der Wärmebedarf ändert?
Bei einem Anschluss an einen Energieverbund lässt sich die Anschlussleistung an einen veränderten Bedarf anpassen. Das reduziert das Risiko, eine eigene Anlage langfristig zu gross oder zu klein zu dimensionieren.
Diese Flexibilität wirkt sich auch auf die laufenden Kosten aus, weil der Grundpreis von der vereinbarten Anschlussleistung abhängt. Wird ein Gebäude energetisch saniert und benötigt danach weniger Leistung, kann eine Anpassung deshalb doppelt sinnvoll sein: technisch und finanziell.
Denn der Wärmebedarf eines Gebäudes bleibt über Jahrzehnte selten konstant. Eine Fassaden- oder Fenstersanierung kann ihn senken. Eine neue Nutzung oder zusätzliche beheizte Fläche kann ihn erhöhen. Bei vielen anderen Heizsystemen ist die installierte Nennleistung nach dem Kauf hingegen weitgehend fix.
Was hilft gegen eine zu grosse Heizung?
Wie nachhaltig ist Heizen mit Fernwärme?
Energieverbünde nutzen zum Beispiel Abwärme, Holz oder Umweltwärme aus See- und Grundwasser. Damit erschliessen sie Energiequellen, die ein einzelnes Gebäude oft nicht selbst nutzen könnte. Je nach Verbund kommen für Spitzenlast oder Redundanz weitere Energieträger hinzu.
Beim Mehrfamilienhaus von Elsbeth Kuster ersetzte der Fernwärmeanschluss eine Gasheizung. Die neue Lösung nutzt Wärme aus dem Zürichsee. Das zeigt den Grundgedanken von Energieverbünden: Lokal verfügbare Energie wird für viele angeschlossene Gebäude gemeinsam nutzbar gemacht.
Fernwärme, Gas oder Wärmepumpe: Welche Lösung passt besser?
Ob Fernwärme, Gas oder Wärmepumpe die bessere Lösung ist, hängt vom Gebäude und vom Standort ab. Eine Wärmepumpe oder eine Gasheizung ist eine eigene Anlage in der Liegenschaft, wobei die Eigentümerschaft die Verantwortung trägt. Bei der Fernwärme bezieht die Eigentümerschaft Wärme als Dienstleistung aus dem Netz. Damit verlagert sie die Wärmeerzeugung, den Betriebsaufwand und das technische Risiko in den Energieverbund.
Beim Haus von Elsbeth Kuster sprachen unter anderem die örtlichen Rahmenbedingungen gegen andere Lösungen. Das Beispiel zeigt: Nicht jedes Heizsystem passt zu jeder Liegenschaft. Ein Vergleich sollte technische Machbarkeit, Gesamtkosten, Versorgungssicherheit, Komfort und Nachhaltigkeit gemeinsam betrachten.
Neue Heizung: Ihre Optionen im Vergleich
Häufige Fragen zum Heizen mit Fernwärme
Die Wärme wird in einem Energieverbund zentral erzeugt und über ein Leitungsnetz zum Gebäude transportiert. Eine Wärmeübergabestation überträgt sie auf das hauseigene Heizsystem und die Warmwasserbereitung.
Nein. Die eigentliche Wärmeerzeugung befindet sich ausserhalb der Liegenschaft. Im Gebäude wird eine kompakte Wärmeübergabestation installiert.
Fernwärme passt besonders zu Eigentümer*innen, die den Aufwand im Betrieb reduzieren, die Versorgung absichern und bei späteren Gebäudeanpassungen flexibel bleiben möchten.
Ein Anschluss ist besonders prüfenswert, wenn ein Energieverbund verfügbar oder konkret geplant ist oder andere Lösungen aufgrund der örtlichen Rahmenbedingungen aufwendig sind.
Bei einem Energieverbund lässt sich die Anschlussleistung anpassen. Das ist zum Beispiel nach einer energetischen Sanierung sinnvoll, wenn die Liegenschaft dauerhaft weniger Heizleistung benötigt.
Für die verbundseitige Infrastruktur und die Wärmelieferung ist die Betreiberin verantwortlich. Für Eigentümer*innen fallen im laufenden Betrieb der Fernwärmeversorgung keine Aufgaben an. Hausinterne Anlagen wie Boiler oder Heizkörper bleiben in ihrer Verantwortung.
Fernwärme nutzt zum grössten Teil lokale, nachhaltige Energiequellen. Wie hoch der erneuerbare Anteil ist, hängt vom jeweiligen Energieverbund und von der Energiequelle für die Spitzenlast ab.
Prüfen Sie Ihren Fernwärmeanschluss
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