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Tiefenbrunnen: Seewasser als Energiequelle

Das Wasser aus dem Zürichsee wird die Wärme für das Quartier Tiefenbrunnen liefern

In Tiefenbrunnen wird ein Energieverbund mit Seewasserfassung entwickelt. Das Pumpenhaus soll beim Parkplatz Fischstube unterirdisch gebaut werden, die Heizzentrale wird in einer Wohnüberbauung in Tiefenbrunnen integriert. Ca. 300 Liegenschaften werden dann mit erneuerbarer Energie beliefert.

Quartier Tiefenbrunnen in Zürich

Das Wichtigste in Kürze

  • Seewasser als Energiequelle liefert nachhaltige Energie für etwa 3500 Anwohner

  • Die Energiezentrale liefert im Endausbau jährlich ca. 20 GWh Wärmeenergie und

  • Die Realisierungsplanung wird im Moment ausgearbeitet (Inbetriebnahme frühestens 2024)

Perimeter Energieverbund Tiefenbrunnen
Der geplante Perimeter für den Energieverbund Tiefenbrunnen.

So funktioniert der Energieverbund

In 20 bis 30 m Tiefe wird dem Zürichsee Seewasser entnommen und in die Energiezentrale geleitet. Die Wärmeenergie aus dem See wird von einer Wärmepumpe auf das erforderliche Temperaturniveau (70-80°) gebracht. Das Seewasser ist aus Sicherheitsgründen durch einen Zwischenkreislauf von der Wärmepumpe getrennt und wird nach der Wärmeabgabe wieder zurück in den See gefördert.

Die Wärmeenergie wird in das Fernwärmenetz eingespeist und via Übergabestationen in den angeschlossenen Gebäuden für das Heizen und die Warmwasseraufbereitung genutzt.

Für Spitzenzeiten und für eine erhöhte Betriebssicherheit steht ein Gaskessel zur Verfügung. Die gesamte Anlage wurde von Energie 360° geplant, realisiert und finanziert. Wir sind rund um die Uhr für Betrieb und Unterhalt sowie für die Energie- und Wasserlieferung verantwortlich.

Dank der Seewassernutzung kann eine erhebliche Menge fossiler Energie eingespart werden: Mit einem Deckungsgrad von mindestens 80% des Energiebedarfs durch die Wärmepumpe und entlastet damit die Umwelt jährlich um 4500 Tonnen CO2 - dies entspricht ca. 1'300'000 l Heizöl im Jahr.

Vorteile für die Kundinnen und Kunden

Ökologische Vorteile

  • Zukunftssichere Technologie: Der Energieverbund erfüllt die Anforderungen des neuen Energiegesetzes.

  • Bessere Luft: In den Wohngebieten entstehen keine Abgase durch Heizungen mehr.

  • Einheimische Energie: Dank lokaler Wärme aus dem Zürichsee sinkt die Abhängigkeit von ausländischer Energie

Finanzielle Vorteile

  • Kosten gut planbar: Da für die Wärme- und Kälteerzeugung Seewasser genutzt wird, sind Sie im Vergleich mit fossiler Heizenergie wenig von Preisschwankungen betroffen.

  • Tiefe Abgaben: Da der Energieverbund in Tiefenbrunnen mit erneuerbaren Energien heizt, sind Sie – anders als bei fossiler Heizenergie – kaum davon betroffen, wenn die CO2-Abgabe erhöht wird.

  • Wert steigern: Der Anschluss an einen Energieverbund wertet das Gebäude auf.

Betriebliche Vorteile

  • Wenig Aufwand: Sie brauchen sich nicht länger um Betrieb, Wartung und Instandhaltung einer eigenen Heizung zu kümmern.

  • Lösung mit Zukunft: Sogar wenn die gesetzlichen Vorgaben für Heizungen weiter verschärft werden – ein Wärmeverbundanschluss erfüllt diese.

  • Sicher versorgt: Das Fernwärmenetz funktioniert äusserst zuverlässig.

Die 7 Schritte zum Anschluss an den Energieverbund

  1. Füllen Sie für eine unverbindliche Anfrage unseren Fragebogen aus.

  2. Wir prüfen die Anfrage und informieren Sie, ob ein Anschluss Ihres Gebäudes an den Energieverbund möglich ist.

  3. Bei einem positiven Bescheid erhalten Sie von uns ein individuelles Angebot, das auf Ihren bisherigen Verbrauchsdaten basiert.

  4. Wenn Sie mit dieser Richtpreisofferte einverstanden sind, beantragen Sie den Anschluss an den Energieverbund . Damit bestätigen Sie auch die benötigte Leistung.

  5. Wir besuchen Sie, um mit Ihnen vor Ort alle Details zum Hausanschluss zu besprechen.

  6. Anschliessend erhalten Sie von uns den Wärmeliefervertrag.

  7. Sie prüfen den Vertrag und senden ihn uns unterzeichnet zurück. Damit beauftragen Sie uns, den Hausanschluss zu erstellen.

Fragen und Antworten zum Projekt

Welche Rolle spielen die neuen Energiegesetze im Projekt?

Die Stadt Zürich unterstützt das Projekt, da sie im Rahmen der neuen Gesetzgebung neue Zielvorgaben für den CO2-Ausstoss bis 2030 erreichen muss. Das Projekt bietet die einmalige Chance , regionale und erneuerbare Energie in einem Quartier der Innenstadt zu nutzen.

Wie ist die Quartierverein «Riesbach» involviert?

Mit dem Quartierverein «Riesbach» pflegt Energie 360° einen engen Kontakt. Er übernimmt eine wichtige Rolle beim Informationsaustausch mit der Bevölkerung.

Was muss ich tun, wenn ich an diesem Projekt interessiert bin, und erfahren möchte zu welchen Bedingungen ich meine Liegenschaft an den Wärmeverbund anschliessen kann?

Schicken Sie uns einfach den ausgefüllten Fragebogen zu. Energie 360° prüft dann, ob ein Anschluss Ihrer Liegenschaft möglich ist und erstellt Ihnen eine individuelle Richtpreisofferte auf Basis Ihrer bisherigen Verbrauchsdaten.

Welche Kosten muss ich als Hauseigentümer tragen, wenn ich meine Liegenschaft an den Energieverbund anschliesse?

Als einmalige Investition bezahlen Sie einen Anschlussbeitrag, der auch die Wärmeübergabestation in Ihrem Haus abdeckt. Zusätzlich müssen allenfalls die sekundärseitige Wärmeverteilung im Haus sowie die Warmwasserbereitung angepasst werden. Die laufenden Kosten bestehen aus einem jährlichen Grundpreis, der sich nach der Leistung bemisst, und dem Preis für die bezogene Wärme.

Empfiehlt sich ein Anschluss auch, wenn die Heizung noch nicht ersetzt werden müsste?

Ja. Ein Hausanschluss lässt sich einfacher, schneller und kostengünstiger erstellen, wenn dies gleichzeitig mit den Bauarbeiten fürs Wärmeverbundnetz erfolgt. Daher bietet Energie 360° jenen Eigentümern, die ihre Heizung noch nicht sofort auf Fernwärme umstellen möchten, einen etappierten Einstieg an. So fallen beim Einlegen des Hausanschlusses erst 50% der Kosten an. Und wenn die bestehende Heizung nicht mehr funktioniert, ist eine Umstellung besonders rasch möglich.

 

Muss ich bei einem etappierten Einstieg auch schon einen verbindlichen Vertrag unterzeichnen?

Ja, Sie schliessen bereits jetzt einen Wärmeliefervertrag ab, jedoch verbunden mit einer Zusatzvereinbarung. Gemäss dieser Vereinbarung zahlen Sie beim Erstellen des Hausanschlusses 50% des Anschlusskostenbeitrags und haben zwei Jahre Zeit für die Umstellung Ihrer Heizung auf Fernwärme. Die neue Wärmeübergabestation wird dann in einem zweiten Schritt installiert. Zu diesem Zeitpunkt wird auch die andere Hälfte des Anschlusskostenbeitrages in Rechnung gestellt.

Welche Arbeiten erledigt Energie 360° für den Anschluss in meiner Liegenschaft?

Energie 360° kümmert sich um den Hausanschluss ans Fernwärmenetz und um die Übergabestation im Haus. Mit den Installationen ab der Übergabestation beauftragen Sie ein Heizungsunternehmen Ihrer Wahl.

Welche Anpassungen sind bei den Wärmeverteilungen in den Häusern nötig?

Das hängt von der Art und dem Alter der bestehenden Wärmeverteilung eines Gebäudes ab. In jedem Fall müssen die konventionellen Anlagen für die Warmwassererzeugung durch ein fernwärmekompatibles System ersetzt werden.

Was passiert wenn der Wärmebedarf sinkt - zum Beispiel durch eine nachträgliche Wärmedämmung?

Der Wärmekunde hat in diesem Fall keine Nachteile. Er kann die abonnierte Leistung jederzeit auf seinen tatsächlichen Bedarf anpassen. Das Kombiventil wird dann auf die benötigte kleinere Wassermenge eingestellt und der Kunde zahlt ab dann nur noch den Grundpreis für die aktuell eingestellte Leistung. Im Gegensatz zu individuellen Heizungen sinkt der Wirkungsgrad der Wärmeerzeugung damit nicht.

Wieso kann im Energieverbund auch Gas als Energiequelle eingesetzt werden?

Im Frühling, Sommer und Herbst wird die Wärme mit den Seewasser-Wärmepumpen erzeugt. Insgesamt werden die Wärmepumpen mindestens 80% der Wärme liefern, wenn der Verbund vollständig ausgebaut ist. Damit wird ein sehr grosser Schritt in eine nachhaltige Wärmeversorgung gemacht und zudem eine deutliche Steigerung der Luftqualität durch Reduktion der Partikelemissionen in Tiefenbrunnen erreicht.

 

Im Winter muss wegen niedrigen Aussentemperaturen die Betriebstemperatur erhöht werden. Deshalb werden für den Spitzenlastbetrieb Heizkessel mit Gas eingesetzt – auch für den Fall, dass eine Wärmepumpe temporär ausfallen würde (Betriebssicherheit durch Redundanz).

Giada Rapaglià
ENERGIE360-6BGUBG6ITB
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