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Solaranlagen: Eigenverbrauch optimieren & Wirtschaftlichkeit steigern

Machen Sie Ihre Solaranlage noch rentabler: Wenn Sie beim Solarstrom den Eigenverbrauch optimieren, amortisiert sich Ihre Investition schneller. Diese Massnahmen helfen Ihnen dabei.

Publiziert 08.05.2025 Aktualisiert 25.08.2026 Lesedauer 5 min

Firmengebäude und grosse Wohnareale bieten ein beträchtliches Potenzial für Solaranlagen. Nutzen Sie es: Den produzierten Solarstrom können Sie entweder komplett ins Stromnetz einspeisen oder – noch besser – vorwiegend selbst verbrauchen. Der Eigenverbrauchsanteil lässt sich gezielt optimieren, um bestmöglich von der Solaranlage zu profitieren.

Warum ein hoher Eigenverbrauch wirtschaftlich ist

Im Gegensatz zum Strom aus dem öffentlichen Netz fallen auf den eigenen Solarstrom keine Kosten für die Netznutzung und die staatlichen Abgaben an. Deshalb liegen die Kosten pro Kilowattstunde markant tiefer. Hinzu kommt: Solarstrom für den Eigenverbrauch unterliegt keinen Preisänderungen, wie sie beim Strom Ihres Energieversorgers immer aufs neue Jahr hin auftreten.

Das garantiert Ihnen langfristig planbare Stromkosten. Ein hoher Eigenverbrauch kann so die Amortisationszeit verkürzen und die langfristige Wirtschaftlichkeit der Solaranlage verbessern. Ab 2027 lohnt sich ein hoher Eigenverbrauch noch mehr: Mit dem neuen Vergütungsmodell ist es sinnvoll, den Strom selber zu nutzen oder zu Tageszeiten einzuspeisen, wenn der Strom effektiv gebraucht wird.

Die Solaranlage auf den Dächern der Gebäude der Stürm sfs in Goldach am Bodensee von oben

Sicher versorgt mit eigenem Solarstrom

Die stürmsfs AG in Goldach (SG) produziert mit ihrer Solaranlage rund 924 000 kWh erneuerbaren Strom pro Jahr – mit einem Eigenverbrauchsanteil von beachtlichen 66 Prozent. Dank des langfristig fixierten Preises kann das Industrieunternehmen seine Stromkosten gut budgetieren.

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Eigenverbrauch erhöhen dank smarter Optimierung

Ein hoher Eigenverbrauchsanteil ist also erwünscht. Bei Wohngebäuden beträgt er laut EnergieSchweiz ohne weitere Massnahmen aber nur etwa 15 bis 30 Prozent. Der Grund dafür: Viele Solaranlagen produzieren dann am meisten Solarstrom, wenn der Verbrauch vergleichsweise gering ist. Umgekehrt entsteht zu den Tageszeiten mit hohem Strombedarf wenig oder gar kein eigener Solarstrom – die benötigte Energie muss aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen werden.

Firmen erzielen zwar oft einen höheren Eigenverbrauchsanteil, weil die Energieversorgung von Industrie und Gewerbe ihre Verbrauchsspitzen meist tagsüber hat. Doch auch Unternehmen können den Eigenverbrauchsanteil weiter steigern.

  • «Mit unserer Solaranlage decken wir einen beträchtlichen Teil unseres Eigenbedarfs an elektrischer Energie. So reduzieren wir die Abhängigkeit von anderen Energiequellen und ihren Preisschwankungen.»

    Hans Bauer

    CEO Veratron AG

  • Bei der Planung an den Eigenverbrauch denken

    Um Ihren Eigenverbrauch von Solarstrom zu optimieren, sind schon beim Planen der Solaranlage die richtigen Entscheidungen nötig – vor allem zu Grösse und Ausrichtung:

    • Dimensionieren Sie Ihre Solaranlage so, dass Sie auch die erst für die Zukunft geplanten Verbraucher wie Wärmepumpe und Elektroauto später mit Solarstrom versorgen können. Wegen der Fixkosten für die Installation von Solarmodulen, unter anderem für das Gerüst, sollten Sie es hingegen vermeiden, Ihre Solaranlage nachträglich vergrössern zu müssen. Wenn die Wirtschaftlichkeit stimmt, nutzen Sie am besten die ganze geeignete Dachfläche.
    • Sofern Sie die Ausrichtung Ihrer Solaranlage wählen können – zum Beispiel bei einem Flachdach –, lässt sich auch dadurch der Eigenverbrauchsanteil erhöhen. Betrachten Sie dazu Ihr Verbrauchsprofil. Für viele Wohngebäude ist eine Ost-West-Ausrichtung die bessere Wahl als eine Südanlage mit Produktionsspitze am Mittag.

    Eigenverbrauchsanteil und Autarkiegrad: Was ist Was?

    Der Autarkiegrad gibt an, wie viel Prozent Ihres Bedarfs Sie mit Solarstrom decken. Der Eigenverbrauchsanteil hingegen geht von der Produktion aus. Er bemisst, wie viel Prozent des produzierten Solarstroms Sie selbst verbrauchen. Bei beiden Kennzahlen gilt: Einen Wert von 100 Prozent anzustreben, ist nicht sinnvoll, weil sich die dafür erforderlichen zusätzlichen Investitionen nicht lohnen.

    So erhöhen Sie den Eigenverbrauch nachträglich

    Haben Sie Ihre Solaranlage bereits realisiert? Auch jetzt noch können Sie beim Solarstrom den Eigenverbrauch optimieren. Beginnen Sie mit kostengünstigen Massnahmen oder mit Investitionen, die Sie ohnehin getätigt hätten. Möglicherweise gelingt es Ihnen schon damit, den Eigenverbrauch genügend zu erhöhen. Zusätzliche Investitionen sollten Sie hingegen nur tätigen, wenn sie längerfristig wirtschaftlich sind. 

    Solarstrom für Wärmepumpe

    Wenn Sie Ihr altes Heizsystem ersetzen müssen und bereits eine Solaranlage betreiben, spricht vieles dafür, sich für eine Wärmepumpe zu entscheiden. Bei einer integralen Lösung mit intelligenter Steuerung können Sie den Betrieb der Wärmepumpe besonders gut auf Ihre Solarstromproduktion abstimmen.

    Eigenverbrauch optimieren mit Elektroauto und Ladeinfrastruktur

    Mit überschüssigem Solarstrom Elektroautos zu laden, erhöht den Eigenverbrauch und senkt gleichzeitig die Mobilitätskosten. Denn der eigene Solarstrom ist viel günstiger als der Strom an öffentlichen Ladestationen. Die Batteriekapazität eines E-Autos liegt meist zwischen 50 und 100 kWh. Das heisst: Durch das Laden lässt sich viel Strom speichern und zu einem späteren Zeitpunkt beim Fahren nutzen, ohne dass Sie in eine separate Speichermöglichkeit für erneuerbare Energie investieren müssen. Und künftig ermöglicht bidirektionales Laden sogar, den gespeicherten Strom wieder ins Hausnetz zurückzuspeisen.

  • «Zusätzlich zur Solaranlage haben wir auch Ladestationen für E-Autos installiert – mit der Idee, diese möglichst mit unserem eigenen Solarstrom zu versorgen.»

    Michael Thüler

    ehem. CEO stürmsfs AG

  • Batteriespeicher: Überschüssigen Solarstrom später nutzen

    Eine besonders wirkungsvolle Massnahme, um den Eigenverbrauch zu erhöhen, ist ein stationärer Batteriespeicher. Damit können Sie den gespeicherten überschüssigen Solarstrom besonders flexibel nutzen und erhalten gleichzeitig eine Notstromlösung – ein wichtiger Vorteil für die Energieversorgung von Industrie und Gewerbe. Allerdings erfordert diese Art von Speichermöglichkeit für erneuerbare Energie eine zusätzliche Investition. Prüfen Sie daher unbedingt die Wirtschaftlichkeit und dimensionieren Sie den Batteriespeicher richtig.

  • «Übers ganze Jahr gesehen können wir unseren Bedarf mit eigenem Solarstrom decken. Natürlich schwankt dabei der Eigenverbrauchsanteil. Um dies auszugleichen, wäre eine Speicherlösung hilfreich – eine solche werden wir bei Bedarf prüfen.»

    Kurt Holenstein

    Leiter Technik/Gebäude, Holenstein AG

  • Das Tuwagareal in Wädenswil. Auf den Dächern sind Solarpanels zu sehen, im Hintergrund der Zürichsee.

    Setzen Sie auf eine integrale Lösung

    Um den Eigenverbrauch zu optimieren, setzen Sie am besten auf ein cleveres Gesamtsystem: Kombinieren Sie Ihre Solaranlage mit Verbrauchern wie Wärmepumpen und Ladestationen sowie mit einem Speicher. Und für das perfekte Zusammenspiel aller Anlagen sorgt eine intelligente Steuerung.

    Lösungen entdecken

    Intelligente Steuerung verbindet Produktion, Verbrauch und Speicher

    Den grössten Nutzen erzielen die einzelnen Komponenten, wenn sie als Gesamtsystem geplant und betrieben werden. Eine intelligente Steuerung koordiniert die Solaranlage mit Wärmepumpe, Ladeinfrastruktur, Batteriespeicher und weiteren steuerbaren Verbrauchern.

    Sie entscheidet laufend, ob der produzierte Strom direkt genutzt, gespeichert oder ins Netz eingespeist wird. So holt sie das Maximum aus dem produzierten Solarstrom für den Eigenverbrauch heraus.

    Eigenverbrauch durch lokale Vermarktung erhöhen

    Eine weitere Möglichkeit zur Erhöhung des Eigenverbrauchs bieten der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) oder eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG). Mit diesen Vermarktungsmodellen müssen Sie überschüssigen Solarstrom nicht ins öffentliche Netz einspeisen. Sondern Sie können ihn innerhalb einer Liegenschaft, eines Areals oder im lokalen Umfeld an weitere Nutzer*innen verkaufen.

     

    Wie erhöht ein ZEV den Eigenverbrauch?

    Dabei bieten Sie als Betreiber*in der Solaranlage den Bewohner*innen Ihrer Liegenschaft an, ebenfalls von Ihrem Strom zu konsumieren. Unterschiedliche Verbrauchsprofile in einem Areal begünstigen eine höhere Nutzung vor Ort.

    Mit einem ZEV steigern Sie die Wirtschaftlichkeit Ihrer Solaranlage und verkürzen die Amortisationszeit. Die Nutzer*innen des Solarstroms wiederum erhalten Solarstrom zu einem attraktiven Preis, da im ZEV keine Netznutzungskosten auf den Strom anfallen. Einen ZEV können Sie sogar auf ein ganzes Areal mit mehreren Liegenschaften ausweiten, indem Sie diese über eine gemeinsame Installation verbinden lassen. Denn ein ZEV darf immer nur einen Anschluss ans öffentliche Stromnetz haben.

    Wie lässt sich Solarstrom mit einer LEG lokal nutzen?

    Bei einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) können Sie Ihren Solarstrom innerhalb des lokalen Verteilnetzes an weitere Verbraucher zu verkaufen. Im Unterschied zu einem ZEV müssen sich Produzent*innen und Abnehmer*innen nicht zwingend innerhalb derselben Liegenschaft oder eines gemeinsam erschlossenen Areals befinden. Mehr noch: Für eine LEG können Sie sich auch mit weiteren Stromproduzent*innen sowie mit Betreiber*innen von Speichern zusammenschliessen. Allerdings ist eine LEG ein deutlich komplexeres Konstrukt als ein ZEV und erfordert in der Regel die Unterstützung durch einen professionellen Dienstleister.

    Eine Frau arbeitet an einem Tablet mit einem Getränk in einem Café

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