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Sind Batteriespeicher für Solaranlagen eine gute Investition?

Wer heute in eine Solaranlage investiert, kombiniert sie oft mit einem Batteriespeicher. Das erhöht den Eigenverbrauch und entlastet das Stromnetz. Aber lohnt es sich auch finanziell? Die entscheidenden Faktoren und Trends im Überblick.

Publiziert 06.07.2026 Lesedauer 7 min

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einem Batteriespeicher erhöhen Sie den Eigenverbrauch mit Solarstrom, senken die Stromkosten und amortisieren Ihre Solaranlage schneller.
  • Für einen optimierten Betrieb ist eine intelligente Steuerung unerlässlich.
  • Bei der Wirtschaftlichkeit schneiden Batteriespeicher immer besser ab, weil ihre Preise sinken und die Vergütung für den ins Netz eingespeisten Strom dynamisch wird.
  • Spätestens die dynamischen Stromtarife machen Batteriespeicher zu einer strategisch sinnvollen Investition, die den Wert einer Immobilie erhöht.

So funktioniert ein Batteriespeicher

Strom lässt sich nicht direkt speichern. Deshalb wandeln Batteriespeicher elektrische Energie beim Laden in chemische Energie um. Diese bleibt für einige Stunden oder Tage im Speicher, bis er im umgekehrten Prozess wieder entladen wird. Gesteuert werden die Lade- und Entladevorgänge durch das Batteriemanagementsystem.

Lohnt sich ein Batteriespeicher?

Bei Wohnliegenschaften kommt ein Stromspeicher meist zum Einsatz, um die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage zu verbessern. Denn hier gilt die Faustregel: Je mehr des produzierten Stroms direkt vor Ort verbraucht wird, desto schneller amortisiert sich die Investition.

Dieser sogenannte Eigenverbrauch fällt ohne Speichermöglichkeit in der Regel geringer aus, weil der Solarstrom tagsüber entsteht, am meisten Strom aber abends benötigt wird. Der Branchenverband Swissolar hat dazu Daten von Mitgliedern ausgewertet und ist auf beeindruckende Zahlen gekommen: «Ohne Batteriespeicher liegt der Eigenverbrauch bei 10 bis 40 Prozent, mit hingegen bei 30 bis 60 Prozent», sagt Maja Schoch, Projektleiterin Markt- und Politikanalysen bei Swissolar. «Je nach Verbrauchsprofil kann er sogar bis 90 Prozent betragen.»

Auch bei integralen Energielösungen von Überbauungen und Arealen, wie sie Energie 360° zum Beispiel in Kloten realisiert, lässt sich der Eigenverbrauch mit Batteriespeichern signifikant erhöhen. «Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen eine Erhöhung um 10 bis 15 Prozent», sagt Dominik Bittel, Projektentwickler bei Energie 360°.

Neben dem höheren Eigenverbrauch sprechen noch weitere Gründe für einen Batteriespeicher:

  • Wert der Immobilie durch eine zukunftssichere Gesamtlösung erhöhen, die eine Solaranlage, einen Batteriespeicher und Ladestationen für Elektroautos umfasst
  • Bezugsspitzen aus dem Stromnetz brechen, um die Anschlussleistung zu reduzieren und die Netznutzungskosten zu senken (v. a. bei Gewerbe- und Industriebetrieben)
  • Notstromversorgung sicherstellen (bedingt einen geeigneten Batteriespeicher und die Anpassung der Hausinstallation)
  • Stromnetz entlasten und zu Netzstabilität beitragen
Wie passen Batteriespeicher mit LEG oder ZEV zusammen?

Seit 2026 können Solarstromproduzent*innen lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) gründen und ihren überschüssigen Solarstrom an Personen aus der gleichen Gemeinde verkaufen. Je nach Abnahmeprofil der Teilnehmenden kann sich ein Batteriespeicher für eine LEG lohnen. Allerdings müssen die Produzent*innen dann nachweisen können, dass sie die LEG nur mit eigenem Solarstrom beliefern und nicht etwa mit zwischengespeichertem Netzstrom.
Noch besser eignen sich Batteriespeicher für Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV). Hier geht der Solarstrom direkt an Personen aus dem gleichen Gebäude oder Areal – ohne Nutzung des öffentlichen Stromnetzes. Dank des Speichers kann die Eigentümerschaft einen grösseren Teil des Solarstroms an die Teilnehmenden des ZEV verkaufen. Und diese wiederum bezahlen keine Netznutzungsgebühr dafür.

Warum gilt ein Batteriespeicher als Flexibilität?

Aus Sicht der Stromversorgung ist ein Batteriespeicher eine regelbare Anlage – eine sogenannte Flexibilität. Denn seine Betriebsart lässt sich gezielt und vor allem in Echtzeit anpassen, abgestimmt auf die Bedürfnisse des Stromnetzes: Er speichert Energie, wenn zu viel davon vorhanden ist, und speist Energie ein, wenn sie benötigt wird.

Kann ein Batteriespeicher Einnahmen durch Regelenergie generieren?

Um das Stromnetz im Gleichgewicht zu halten, muss die nationale Netzgesellschaft Swissgrid auf die Regelenergie verschiedener Flexibilitäten zugreifen können. Besonders wichtig sind dabei Wasserkraftwerke, weil sie ihre Produktion sehr flexibel steigern oder reduzieren können. Verglichen damit ist die Regelenergie einzelner Batteriespeicher viel zu gering. Allerdings lassen sich mehrere grosse Batteriespeicher zu einem virtuellen Kraftwerk bündeln, das für seine Regelenergie entschädigt wird.

Wie Sie die richtige Speicherkapazität wählen

Beim Kauf eines Speichers für die Solaranlage lautet die zentrale Frage: Wie gross sollte der Batteriespeicher sein? Laut Maja Schoch von Swissolar hängt die Speicherkapazität vor allem vom Verbrauchsprofil und vom wichtigsten Einsatzzweck des Batteriespeichers ab.
Ein Richtwert lässt sich auf zwei Arten ermitteln:

  1. Dimensionierung über die Produktion: Energiemenge, die die Solaranlage bei Maximalleistung in ein bis zwei Stunden produziert
  2. Dimensionierung über den Verbrauch: Energiemenge, die dem halben Tagesverbrauch entspricht

Darum ist die Steuerung des Batteriespeichers so wichtig

Damit sich Speicher für Solaranlagen optimal bewirtschaften lassen, müssen sie kommunikationsfähig und in ein automatisiertes Steuerungssystem eingebunden sein – das Energiemanagementsystem (EMS) des Gebäudes. Es bestimmt, wann die Batterie Strom speichert und wann sie ihn abgibt. Dazu nutzt das EMS Echtzeitdaten der Solaranlage und der grossen Verbraucher wie Wärmepumpe oder Ladestationen für Elektroautos, aber auch Preissignale und Daten zur aktuellen Belastung des Stromnetzes.

  • Solarstrom

    Nutzen Sie Sonnenenergie, um Ihre Gebäude und E-Autos mit Strom zu versorgen. Wir bauen und betreiben Ihre Solaranlage – sei es für den Eigenverbrauch oder zum Einspeisen von Strom ins öffentliche Netz. 

  • Ladestationen

    Ladestationen gehören bereits jetzt zum Standard. Doch sie sind nicht nur ein attraktiver Service für Sie und Ihre Mieter*innen. Wenn Sie Solarstrom vom eigenen Dach nutzen, sparen Sie Kosten und verbessern die Wirtschaftlichkeit der Solaranlage.

  • Wärmepumpen

    Wärmepumpen entziehen der Luft, dem Erdreich oder dem Wasser Wärme und machen diese nutzbar zum Heizen oder fürs Warmwasser. Wärmepumpen eignen sich nicht nur für Neubauten. Auch in energetisch sanierten Altbauten tragen sie zu einer umweltgerechten Energieversorgung bei.

  • Energiemanagement und Abrechnung

    Wie stellen Sie sicher, dass stets genügend Strom verfügbar ist? Wie viel Strom und Wärme beziehen Ihre Mieter*innen? Wie verrechnen Sie die bezogene Energie verursachergerecht und mit wenig Aufwand? Wir bieten Ihnen Energiedienstleistungen wie Lastmanagement, Energiemanagement und Abrechnungslösungen.

  • Batterien

    Überschüssiger Strom lässt sich in einer Batterie speichern. In der Batterie wandelt sich elektrische Energie in chemische. Benötigt das Gebäude Energie, macht die Speicherlösung den Prozess rückgängig und setzt Strom frei. Auch die Batterie eines Elektroautos kann als Hausbatterie funktionieren (bidirektionales Laden).

  • «Eine intelligente Steuerung ist entscheidend, damit sich ein Batteriespeicher wirtschaftlich betreiben lässt», sagt Maja Schoch. «Sie stimmt die Betriebsführung auf das vorgegebene Ziel ab.»

    Für grössere Batteriespeicher, wie sie in Überbauungen und Arealen zum Einsatz kommen, kann es sich sogar lohnen, vorgängig theoretische Modellberechnungen durchzuführen, um den Betrieb zu optimieren: «Dabei werden verschiedene Betriebsfälle geprüft und verglichen», sagt Projektentwickler Dominik Bittel. «Zum Beispiel eine Betriebsart zum Optimieren des Eigenverbrauchs und eine, um in den frühen Abendstunden die Bezugsspitzen aus dem Stromnetz zu reduzieren.»

    Wann rentiert sich ein Batteriespeicher?

    Bisher hatten Batteriespeicher den Ruf, keine lohnende Investition zu sein. Inzwischen hat sich ihre Wirtschaftlichkeit deutlich verbessert. Dennoch sollten Sie individuell berechnen, ob sich ein Batteriespeicher als Ergänzung zu Ihrer Solaranlage auszahlt. Die Wirtschaftlichkeit hängt vor allem von vier Faktoren ab:

    1. Kosten
      Die Gesamtkosten für einen Batteriespeicher und seine Installation sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Der Batteriemonitor Schweiz 2026 von Swissolar zeigt: 2025 kostete ein typischer 15-kWh-Speicher durchschnittlich rund 8800 Franken – fast ein Viertel weniger als im Vorjahr. «Gemäss unserer Prognose werden die Preise weiter sinken», sagt Maja Schoch.
      Prüfen Sie zudem unter energiefranken.ch, ob Sie für Ihren Batteriespeicher einen Förderbeitrag erhalten. Einzelne Kantone und mehrere Gemeinden haben solche Förderprogramme lanciert.
    2. Speicherkapazität
      Für diese Kennzahl ist die nutzbare Kapazität (Nettokapazität, gemessen in kWh) entscheidend. Sie sagt aus, wie viel Energie der Batteriespeicher laden und wieder abgeben kann.
    3. Stromtarif
      Je mehr Sie für den Strom aus dem Netz bezahlen müssen, desto mehr lohnt sich ein hoher Eigenverbrauch – und somit auch ein Batteriespeicher. In den nächsten Jahren werden immer mehr Netzbetreiber dynamische Bezugstarife einführen. Dies macht Batteriespeicher wirtschaftlich noch interessanter. Denn ohne einen Speicher beziehen Haushalte mit einer Solaranlage ausgerechnet dann Strom aus dem Netz, wenn er am teuersten ist.
    4. Abnahmevergütung
      Hier gilt die Regel: Je weniger Ihr Netzbetreiber für den ins Netz eingespeisten Solarstrom bezahlt, desto schneller rechnet sich ein Stromspeicher. Ein hoher Eigenverbrauch zahlt sich dann umso mehr aus. Seit 2026 wird die minimale Abnahmevergütung in der ganzen Schweiz gleich ermittelt: Sie richtet sich nach dem vierteljährlichen Marktpreis, wobei eine Untergrenze besteht.

    Ab 2027 können die Netzbetreiber dynamische Abnahmepreise einführen – den Solarstrom also gemäss dem Marktpreis vergüten, der zum Zeitpunkt der Einspeisung gilt. «Das schafft den Anreiz, den Solarstrom vor allem dann ins Netz einzuspeisen, wenn die Nachfrage hoch ist», erklärt Maja Schoch von Swissolar. «Dadurch verbessert sich die Wirtschaftlichkeit von Batteriespeichern deutlich. Allerdings wird es schwieriger, die Amortisationsdauer zu berechnen, weil sich die Höhe der Vergütung weniger gut prognostizieren lässt.»

    Berechnung der Amortisationsdauer

    Wenn Sie die genannten vier Faktoren kennen, können Sie die ungefähre Amortisationsdauer eines Speichers für die Solaranlage berechnen:

    Amortisationsdauer = Kosten / (Speicherkapazität × Ladezyklen pro Jahr × (Stromtarif – Rückliefertarif))

    Damit der Batteriespeicher wirtschaftlich ist, darf die Amortisationsdauer höchstens so lang sein wie die zu erwartende Lebensdauer. Diese liegt je nach Technologie und Nutzung meist zwischen 10 und 20 Jahren.

    Fazit zur Wirtschaftlichkeit von Batteriespeichern

    Die Wirtschaftlichkeit eines Batteriespeichers fällt in immer mehr Fällen positiv aus. Denn sowohl die Investitionskosten als auch die Rückliefertarife für den ins Netz eingespeisten Solarstrom sinken. Und die Einführung dynamischer Rückliefer- und Bezugstarife wird die Wirtschaftlichkeit noch deutlich verbessern.

    Wichtig für Eigentümer*innen von Überbauungen und Arealen: Wenn Sie Ihre grossen Batteriespeicher in einen Regelenergiepool integrieren, können Sie zusätzliche Erträge generieren. Das macht einen Speicher für die Solaranlage zu einer strategisch noch sinnvolleren Investition, die auch den Wert einer Immobilie erhöht.

    «Dennoch sollte auch in diesem Segment weiterhin für jedes Objekt individuell berechnet werden, ob sich ein Batteriespeicher rentabel betreiben lässt», rät Dominik Bittel von Energie 360°. «Die Strommenge, die zusätzlich lokal konsumiert werden kann, muss gross genug sein, damit sich die Investition über die Lebensdauer des Stromspeichers amortisiert.»

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