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CO2-Speicherung: der Fluss als Pipeline

In Zusammenarbeit mit dem Start-up Planeteers entwickelt Energie 360° eine Projektvision, die das Potenzial hat, die CO2-Speicherung zu revolutionieren. In der Abwasserreinigungsanlage Buchs (SG) ist ab 2027 ein erstes Pilotprojekt geplant.

Publiziert 12.01.2026 Lesedauer 3 min

Im Kampf gegen den Klimawandel und um das Netto-Null-Ziel zu erreichen, braucht es zwei Dinge: Erstens gilt es, CO2-Emissionen zu vermeiden, wo immer möglich. Und zweitens, nicht vermeidbare Emissionen wieder aus der Atmosphäre zu entfernen. Die sogenannte CO2-Abscheidung und -Speicherung – Carbon Capture and Storage (CCS) – entzieht Abgasen CO2, bereitet es auf und bringt es an einen Ort, an dem es dauerhaft gespeichert bleibt.

Der Fluss als Pipeline

Eine grosse Herausforderung herkömmlicher CCS-Verfahren ist, dass die Abscheidung («Capture») und die Speicherung («Storage») räumlich getrennt sind. CO2 muss zuerst aufwendig konzentriert, verflüssigt, zwischengespeichert und transportiert werden, etwa in verflüssigter Form per Lastwagen, Bahn, Schiff oder perspektivisch via Pipeline, um dann in unterirdischen Lagerstätten gespeichert zu werden. Das braucht Energie, verursacht zusätzliche Emissionen, kostet viel Geld und benötigt einen immensen Aufbau von Infrastruktur.

Hier setzt die Vision «Nautilus» an. Die Grundidee: das CO2 direkt am Ort der Entstehung, bei der sogenannten Punktquelle, in Hydrogenkarbonat umwandeln. Dieses im Wasser gelöste Mineral kann von dort aus mit der natürlichen «Pipeline», dem Fluss, zur natürlichen «Speicherstätte», dem Ozean, transportiert werden.

Technologie wandelt CO2 in mineralisiertes Wasser um

Für die Vision spannt Energie 360° mit dem Start-up Planeteers zusammen. Das 2022 gegründete Jungunternehmen, an dem Energie 360° über den Smart Energy Innovationsfonds beteiligt ist, hat eine Technologie entwickelt, der den natürlichen Verwitterungsprozess von Kalkstein imitiert. Wie in der Natur – nur viel schneller – wandelt die Anlage das ausgestossene CO2 in Hydrogenkarbonat (HCO3-) um. Diese im Wasser gelösten, stabilen Hydrogenkarbonat-Ionen werden anschliessend in einen Fluss geleitet, der sie direkt zum Speicherort führt: dem Ozean. Der Fluss funktioniert somit als natürliche Pipeline, womit die energieintensive Aufbereitung, der aufwendige Transport sowie der zusätzlich notwendige Aufbau einer Transport- und Speicherinfrastruktur entfallen.

CO2 schneller binden und speichern – wir haben es in der Hand.

Pilotprojekt im Kanton St. Gallen

Ein erstes Pilotprojekt für die Vision «Nautilus» soll im Kanton St. Gallen entstehen, und zwar auf dem Gelände der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Buchs. Geplant ist eine Demonstrationsanlage im kleinen Massstab. Ab 2029 sollen weitere Anlagen mittlerer Grösse in der Schweiz folgen. In einer dritten Phase ab 2033 ist ein internationaler Ausbau im grossen Massstab vorgesehen. 

In der Rheinschlucht zeigt die Natur, wie CO2 durch Verwitterung in gelöster Form in die Ozeane gelangt.

So viele Emissionen reduzieren wie 40 Millionen Bäume es tun

Viele Unternehmen stehen derzeit vor der Herausforderung, ihre nicht vermeidbaren Emissionen aus der Atmosphäre zu entfernen. Technologien, die den natürlichen Verwitterungsprozess von Kalkstein nutzen, bieten eine skalierbare und zukunftsfähige Lösung. Energie 360° schätzt das Potenzial auf 500 000 Tonnen gebundenes CO2 pro Jahr allein in der Schweiz. Zum Vergleich: Um diese Menge zu kompensieren, wären etwa 40 Millionen Bäume nötig.

Solche Zahlen mögen heute ambitioniert klingen. Doch Energie 360° ist überzeugt, dass die Vision «Nautilus» einen entscheidenden Beitrag leisten kann, um die Klimaziele zu erreichen. Jetzt ist der Moment, diese Vision gemeinsam umzusetzen – im Sinne der Nachhaltigkeit. 

CO2-Entfernung für die Schweiz

Mit einem umfassenden und innovativen Lösungsportfolio für dauerhafte CO2-Entfernung unterstützt Energie 360° Unternehmen dabei, ihre Netto-Null-Ziele zu erreichen.

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