«Das Image der Elektromobilität hat sich sehr positiv entwickelt»

Als Geschäftsführer der Umwelt Arena in Spreitenbach engagiert sich Jörg Sigrist für die Elektromobilität. Im Interview erklärt er, warum Elektroautos künftig eine wichtige Rolle spielen und was es braucht, die Dominanz des Verbrennungsmotors zu beenden.

Die neue Ausstellung «Das Energienetz der Zukunft» in der Umwelt Arena thematisiert unter anderem die umweltschonende Mobilität. Was erwartet die Besucherinnen und Besucher?

Gemeinsam mit Energie 360° zeigen wir ihnen, welchen wichtigen Platz Erdgas/Biogas-Autos und Elektromobilität im Energienetz der Zukunft einnehmen. Dabei setzen wir auf interaktive Exponate. So können die Besucherinnen und Besucher an einem Modell selbst ein Erdgas/Biogas-Auto auftanken. Zur Elektromobilität erfahren sie, auf welche verschiedenen Arten Elektroautos geladen werden und wie lange es dauert, bis die Batterie Energie für weitere 100 Kilometer hat. Zusätzlich zeigt eine Elektromobilitäts-App, dass die Fahrerinnen und Fahrer ihr Elektrofahrzeug unterwegs schon an zahlreichen Ladestationen laden können.

Wohin geht die Reise bei den Autos in den kommenden Jahren?

Für die nächsten fünf bis zehn Jahre rechne ich mit einer Vielfalt an Technologien und Treibstoffen. Der Marktanteil von Benzin- und Dieselfahrzeugen dürfte sinken. Ihre Akzeptanz in der Bevölkerung nimmt ab, wie die aktuelle Diskussion um die Schadstoffemissionen zeigt. Eine grosse Chance sehe ich für Erdgas/Biogas-Autos, weil sie sehr klimafreundlich unterwegs sind, besonders mit Biogas. Auch den Plug-in-Hybriden kommt in den nächsten Jahren eine grosse Bedeutung zu – als Brückentechnologie zur reinen Elektromobilität. Bei den Brennstoffzellen-Fahrzeugen wiederum hängt der Durchbruch davon ab, ob sich Investoren finden, die ein dichtes Netz von Wasserstofftankstellen aufbauen.

Und welche Rolle spielt die Elektromobilität?

Eine sehr wichtige Rolle. Durch die höheren Stückzahlen werden sie preislich immer attraktiver. Gleichzeitig nimmt die Ladezeit ab und die Zahl der Ladestationen zu. Das Image der Elektromobilität hat sich sehr positiv entwickelt und ist ein enormer Beschleuniger für den Markterfolg. Wer elektrisch fährt, gilt heute als trendy.

Der Marktanteil der Elektrofahrzeuge liegt aber immer noch tief. Wann rechnen Sie mit dem Durchbruch?

Gegenfrage: Wie definieren Sie «Durchbruch»? Für mich ist er erreicht, wenn die Zahl der verkauften Elektroautos Jahr für Jahr deutlich zunimmt. Davon sind wir nicht mehr weit entfernt. Bedeutet «Durchbruch» jedoch, dass sich Elektrofahrzeuge besser verkaufen als konventionelle Autos, dann wird er in den nächsten fünf Jahren noch nicht zu schaffen sein.

Wie muss sich die Elektromobilität weiterentwickeln, um die Dominanz des Verbrennungsmotors zu beenden?

Ich sehe drei Erfolgsfaktoren. Erstens müssen Elektroautos die Basiserwartungen der Käuferinnen und Käufer bezüglich Preis, Reichweite und Ladegeschwindigkeit erfüllen. Zweitens verkaufen sich Elektroautos – wie alle Autos – über Emotionen. Sie sollten im Marketing der Hersteller einen viel grösseren Stellenwert einnehmen. Drittens braucht es ein Umdenken der Autoverkäufer. Wenn sie über Elektrofahrzeuge gut informiert sind und sich dafür begeistern, steigen auch die Verkaufszahlen.

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