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Informationen zur Versorgungssicherheit und zu Gas aus Russland

Stand 27. Juli 2022

Die Gasversorgung der Schweiz ist gegenwärtig nicht beeinträchtigt. Allerdings hat Russland die Lieferungen von Erdgas nach Westeuropa (insbesondere auch nach Deutschland) deutlich gedrosselt. Wir empfehlen allen unseren Kundinnen und Kunden: Wer aus russischem Gas aussteigen will, sollte die Gasheizung ersetzen und auf erneuerbare Heizungslösungen umsteigen.

Die wichtigsten Punkte

Versorgungssicherheit in Westeuropa

Die Gasversorgung der Schweiz ist gegenwärtig nicht beeinträchtigt. Es fliesst Gas von Deutschland und Frankreich in die Schweiz. Durch die Kürzung der russischen Lieferungen auf Nord Stream 1 kann Deutschland die Speicher für den Winter nicht wie geplant füllen. Die EU-Energieminister haben sich am 26. Juli 2022 auf einen gemeinsamen Plan verständigt, dass jedes der 27 EU-Mitglieder seinen Gaskonsum freiwillig um 15 Prozent drosselt. In Deutschland wurden zudem erste Massnahmen zur Reduktion der Nachfrage getroffen, indem mehr Kohlekraftwerke und weniger Gas für die Stromproduktion eingesetzt werden sollen. Das Deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz rief am 23. Juni 2022 die Alarmstufe des Notfallplans Gas aus. 

Politische Vorkehrungen in der Schweiz

Im Falle einer drohenden Gasmangellage liegt die Entscheidungs- und Kommunikationshoheit beim Bund. Die vier Stufen an Massnahmen umfassen Sparappelle, die Anordnung der Umschaltung von Zweistoffanlagen (von Gas auf Öl), die Einschränkungen für gewisse Anwendungen sowie die Kontingentierung von grossen Gasverbrauchern. Faktenblatt «Energie: Mangellage im Erdgasbereich» vom 29. Juni 2022.

Die Versorgungssituation in Europa hat sich im Gasbereich weiter verschärft. Seit März 2022 arbeiten der Bundesrat und die Schweizer Gasbranche gemeinsam intensiv daran, die Gasversorgung der Schweiz für den kommenden Winter durch Speicherkapazitäten in den Nachbarländern und Optionen für zusätzliche Gaslieferungen zu stärken. Medienmitteilung vom 29. Juni 2022.

Der Bundesrat will mit Deutschland ein Solidaritätsabkommen für die Sicherstellung der Gasversorgung im Krisenfall aushandeln. Ziel dieses Solidaritätsabkommens ist es, sich im Notfall gegenseitig bei der Gasversorgung unterstützen zu können. Medienmitteilung des UVEK vom 23. Mai 2022.

Um für den Fall eines möglichen Lieferstopps von Gas aus Russland besser gerüstet zu sein, arbeitet die Schweizer Gaswirtschaft zusammen mit den Bundesbehörden daran, die Gasversorgung für den Winter 2022/23 sicherzustellen. Dazu richtet sie eine Gasreserve ein. Der Bundesrat hat hierfür mit einer Verordnung die Grundlage geschaffen. Mitteilung des Bundesrats vom 18. Mai 2022.

Der Bund bereitet sich zusammen mit der Gasbranche auf mögliche Gasversorgungsengpässe vor. Der Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG baut im Auftrag des Bundesrates eine besondere Kriseninterventionsorganisation auf. Medienmitteilung des Bundesrats vom 4. Mai 2022.

Welche Massnahmen trifft Energie 360°?

Energie 360° bereitet sich darauf vor, die im Falle einer Mangellage notwendigen Massnahmen der wirtschaftlichen Landesversorgung kommunikativ zu begleiten und die Umschaltungen von Verbrauchern mit Zweistoff-Anlagen sicherzustellen. Energie 360° trifft auch Vorkehrungen für den Fall, dass Kontingentierungen beschlossen werden. Beschaffungsseitig haben wir dafür gesorgt, dass die für den Winter relevanten Mengen eingekauft sind, um damit auch die im Ausland gemieteten Speicher zu füllen. Weiter haben wir darauf geachtet, dass das Gas aus verschiedenen Ländern in die Schweiz importiert werden kann. Eine gewisse Unsicherheit bleibt aber dahingehend bestehen, dass das eingekaufte und gespeicherte Gas im Falle einer Gasmangellage in Europa physisch über die Grenzen fliessen wird.

Woher stammt das Erdgas in Westeuropa?

Im Moment laufen in Europa intensive Bemühungen, die Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren und die Bezugsmöglichkeiten breiter abzustützen. Dabei spielt LNG eine wichtige Rolle, da auf diese Weise Gas aus unterschiedlichsten Weltregionen beschafft werden kann. Die EU verfügt über knapp 40 LNG-Terminals. Laut EU-Kommission gibt es mehrere Länder, die in der Lage wären, ihre Flüssiggaslieferungen in die EU zu erhöhen.

Im Jahr 2021 betrug der Anteil von russischem Gas am Schweizer Gasimportmix 43%. Die Schweizer Gaswirtschaft pflegt keine direkten Lieferbeziehungen zu Russland, sondern bezieht das Gas primär auf den Märkten in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Italien. Zudem ist sie bestrebt, bestehende Abhängigkeiten zu reduzieren und die Bezugsmöglichkeiten breiter abzustützen. In der Praxis ist es aber heute noch nicht umsetzbar, auf russisches Erdgas zu verzichten, denn anders als beim Biogas oder im Strombereich gibt es beim Erdgas noch kein Herkunftsnachweissystem.

Wir empfehlen allen unseren Kundinnen und Kunden: Wer aus russischem Gas aussteigen will, sollte die Gasheizung ersetzen und auf erneuerbare Energieträger umsteigen. Oft bietet Energie 360° passende Lösungen wie Fernwärme, integrale Lösungen oder Holzpellets an.

Die Preise bewegen sich weiterhin sehr stark

Die angespannte Lage an den Märkten wird sich in nächster Zeit vor allem in hohen und volatilen Preisen bemerkbar machen. Energie 360° beobachtet die Lage weiterhin sehr genau. Wir tätigen unsere Gaseinkäufe gestaffelt und setzen dabei auf einen Mix aus verschiedenen Terminprodukten. Wir verfolgen eine stringente Beschaffungsstrategie, um Risiken zu reduzieren. Es ist jedoch mit einer weiteren Verschärfung der Lage und insbesondere auch mit weiteren starken Preisanstiegen zu rechnen.

Tipps zum Energiesparen

Lesen Sie hier, wie Sie Ihren Gasverbrauch reduzieren und somit Energie und Geld sparen können.

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