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Informationen zur Versorgungssicherheit und Gas

Stand 25. Januar 2023

Die Gasversorgung der Schweiz ist gegenwärtig nicht beeinträchtigt. In Europa sind die Gasspeicher gut gefüllt. Obwohl sich in der Versorgung eine Entspannung abzeichnet, kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Das Risiko einer Gasmangellage in diesem Winter wird jedoch zunehmend kleiner. Wir empfehlen allen unseren Kund*innen: Wer aus fossilem Gas aussteigen will, sollte die Gasheizung ersetzen und auf erneuerbare Heizungslösungen umsteigen.

Die wichtigsten Punkte

Versorgungssicherheit in Westeuropa

Die Gasversorgung der Schweiz ist gegenwärtig nicht beeinträchtigt. Es fliesst Gas von Deutschland und Frankreich in die Schweiz. Verschiedene EU-Staaten haben sich darauf geeinigt, den Gasverbrauch freiwillig um 15 Prozent zu drosseln. Informationen über die aktuelle Versorgungslage gibt es auf dem Energie-Dashboard des BFE. Und hier geht's zum aktuellen Lagebericht der deutschen Bundesnetzagentur

Lesen sie hier unsere Einschätzung im Interview mit dem Kanton Zürich.

Politische Vorkehrungen in der Schweiz

Im Falle einer drohenden Gasmangellage liegt die Entscheidungs- und Kommunikationshoheit beim Bund. Die vier Stufen an Massnahmen umfassen Sparappelle, die Anordnung der Umschaltung von Zweistoffanlagen (von Gas auf Öl), die Einschränkungen für gewisse Anwendungen sowie die Kontingentierung von grossen Gasverbrauchern. Faktenblatt «Massnahmen im Fall einer schweren Gasmangellage» vom 16. November 2022.

Der Bundesrat hat entschieden, dass bei einer schweren Gasmangellage alle Verbrauchergruppen einen angemessenen Beitrag zur Einsparung von Gas leisten müssten. Beispielsweise könnte die Raumtemperatur von mit Erdgas beheizten Gebäuden auf 20 Grad Celsius beschränkt werden. Medienmitteilung «Entwürfe der Verordnungen für den Fall einer Gasmangellage» vom 16. November 2022.

Die KIO Gas ist die Kriseninterventionsorganisation für die Gasversorgung in ausserordentlichen Lagen. Sie untersteht der wirtschaftlichen Landesversorgung des Bundes und wird auf deren Anweisung aktiv, wenn eine Gasmangellage eintritt. Hier geht's zur Check-Liste bei einer allfälligen Kontingentierung.

Infografik: Wenn das Gas knapp wird

Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) empfehlen die Umschaltung von Zweistoffanlagen auf Heizölbetrieb ab dem 1. Oktober 2022. Medienmitteilung vom 23. September.

Der Bundesrat hat zahlreiche Massnahmen beschlossen, damit die Schweiz ihre Energieversorgung für den Winter rasch stärken kann. Die Spar-Kampagne mit dem Slogan «Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht.» ergänzt dies. Medienmitteilung vom 31. August.

Zudem gehen Massnahmen für eine mögliche Gasmangellage in eine dreiwöchige Konsultation. Das Konzept enthält Verordnungsentwürfe, mit denen Verbrauchseinschränkungen und Verbote sowie eine Kontingentierung von Einstoffanlagen geregelt werden. Medienmitteilung vom 31. August.

Der Bundesrat setzt alles daran, eine Mangellage im Energiebereich möglichst zu verhindern. Er hat darum entschieden, dass sich die Schweiz für das Winterhalbjahr beim Gas ein freiwilliges Sparziel von 15% setzen soll. Medienmitteilung vom 24. August.

Welche Massnahmen trifft Energie 360°?

Energie 360° bereitet sich darauf vor, die im Falle einer Mangellage notwendigen Massnahmen der wirtschaftlichen Landesversorgung kommunikativ zu begleiten und die Umschaltungen von Verbraucher*innen mit Zweistoff-Anlagen sicherzustellen. Energie 360° trifft auch Vorkehrungen für den Fall, dass Kontingentierungen beschlossen werden. Beschaffungsseitig haben wir dafür gesorgt, dass die für den Winter relevanten Mengen eingekauft sind, um damit auch die im Ausland gemieteten Speicher zu füllen. Weiter haben wir darauf geachtet, dass das Gas aus verschiedenen Ländern in die Schweiz importiert werden kann. Eine gewisse Unsicherheit bleibt aber dahingehend bestehen, dass das eingekaufte und gespeicherte Gas im Falle einer Gasmangellage in Europa physisch über die Grenzen fliessen wird.

Woher stammt das Erdgas in Westeuropa?

Im Moment laufen in Europa intensive Bemühungen, die Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren und die Bezugsmöglichkeiten breiter abzustützen. Dabei spielt LNG eine wichtige Rolle, da auf diese Weise Gas aus unterschiedlichsten Weltregionen beschafft werden kann. Die EU verfügt über knapp 40 LNG-Terminals. Laut EU-Kommission gibt es mehrere Länder, die in der Lage wären, ihre Flüssiggaslieferungen in die EU zu erhöhen.

Im Jahr 2021 betrug der Anteil von russischem Gas am Schweizer Gasimportmix 43%. Die Schweizer Gaswirtschaft pflegt keine direkten Lieferbeziehungen zu Russland, sondern bezieht das Gas primär auf den Märkten in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Italien. Zudem ist sie bestrebt, bestehende Abhängigkeiten zu reduzieren und die Bezugsmöglichkeiten breiter abzustützen. In der Praxis ist es aber heute noch nicht umsetzbar, auf russisches Erdgas zu verzichten, denn anders als beim Biogas oder im Strombereich gibt es beim Erdgas noch kein Herkunftsnachweissystem.

Wir empfehlen allen unseren Kund*innen: Wer aus russischem Gas aussteigen will, sollte die Gasheizung ersetzen und auf erneuerbare Energieträger umsteigen. Oft bietet Energie 360° passende Lösungen wie Fernwärme, integrale Lösungen oder Holzpellets an.

Seit dem 1. Oktober 2022 können Hauseigentümer*innen bei der Stadt Zürich Förderbeiträge beantragen, wenn sie Gas- und Ölheizungen vorzeitig ersetzen durch Wärmepumpen oder einen Anschluss an die Fernwärme.

Die Preise bewegen sich weiterhin sehr stark

Die angespannte Lage an den Märkten wird sich in nächster Zeit vor allem in hohen und volatilen Preisen bemerkbar machen. Energie 360° beobachtet die Lage weiterhin sehr genau. Wir tätigen unsere Gaseinkäufe gestaffelt und setzen dabei auf einen Mix aus verschiedenen Terminprodukten. Wir verfolgen eine stringente Beschaffungsstrategie, um Risiken zu reduzieren.

Tipps zum Energiesparen

Unsere Energiespartipps, die Spar-Kampagne «Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht.» des Bundes sowie die interaktive Landingpage «Heizen, aber richtig» helfen Ihnen dabei, Ihren Gasverbrauch zu reduzieren – und somit Energie und Geld zu sparen.

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