Zurück zur eigenen Balance finden
Mit Entspannungstechniken lernen Mitarbeitende bei Energie 360°, an intensiven Arbeitstagen konzentriert zu bleiben. Christina Gilles zeigt im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements, wie sich Stress im Alltag besser bewältigen lässt.
Publiziert 02.06.2026 Lesedauer 4 minEinatmen, ausatmen, Gedanken ordnen. Gerade dann, wenn Termine dicht aufeinanderfolgen und verschiedene Tasks auf dem Tisch liegen, fällt das oft schwer. Die Gedanken springen von Aufgabe zu Aufgabe, die Konzentration lässt nach. Und irgendwann spürt man: Der Körper steht unter Stress. Dabei tragen wir alle eine wirkungsvolle Ressource in uns – unseren Atem. Er ist jederzeit verfügbar und hilft sofort, sich wieder zu beruhigen. «Richtiges Atmen ist die schnellste Möglichkeit, um sofort Entspannung zu spüren», sagt Christina Gilles.
Wer Stress erkennt, kann ihn steuern
Die Leiterin Kundenservice bei Energie 360° ist diplomierte Fachperson in medizinischen Entspannungsverfahren. Sie weiss, wie sich in herausfordernden Momenten Ruhe bewahren lässt. Neben dem Atem nutzt sie dafür vor allem autogenes Training und progressive Muskelentspannung.
Während autogenes Training stärker über Vorstellung, Gedanken und innere Formeln wirkt, setzt progressive Muskelentspannung bei einzelnen Muskelgruppen an: Diese werden bewusst angespannt und wieder gelöst. Auch wenn die Methoden unterschiedlich sind, ist ihre Wirkung ähnlich: Beide schulen die Wahrnehmung für den eigenen Zustand. «Dadurch lassen sich körperliche Signale, kreisende Gedanken oder emotionale Anspannung früher erkennen», erklärt Christina Gilles. «Wer solche Zeichen frühzeitig wahrnimmt, kann bewusst gegensteuern.»
Termin- und Leistungsdruck gehören zum Arbeitsalltag. Christina Gilles weiss, wie sich Anspannung früh wahrnehmen und gezielt regulieren lässt.
Selbstregulation stärkt den Berufsalltag
Auch Christina Gilles kennt intensive Arbeitstage. Die Arbeit der Leiterin Kundenservice ist geprägt von Führungsaufgaben, Kundennähe, Prozessverantwortung und verschiedenen Schnittstellen im Unternehmen. «Den Überblick zu behalten, ist ein wichtiger Bestandteil meines Jobs», sagt sie. Dafür braucht es Klarheit, Empathie und die Fähigkeit, auch in anspruchsvollen Situationen ruhig und lösungsorientiert zu bleiben.
Lange halfen ihr Sport, Natur, Musik und Hobbys, um nach der Arbeit abzuschalten. Mit der Zeit merkte sie jedoch, dass Erholung nach Feierabend allein nicht immer ausreichte. Themen wie erholsamer Schlaf und die Frage nach wirksamer Regeneration führten sie schliesslich zu medizinischen Entspannungsverfahren. Und damit zu einem systematischen Zugang zu Körperwahrnehmung und Selbstregulation.
«Problematisch wird Anspannung dann, wenn sie zum Dauerzustand wird. Entscheidend ist die Fähigkeit, zwischen Aktivierung und Regeneration zu wechseln.»
Christina Gilles
Leiterin Kundenservice bei Energie 360°
Entspannungsfähigkeit lässt sich trainieren
Das Thema liess Christina Gilles nicht mehr los. Sie vertiefte ihr Wissen berufsbegleitend und praktiziert seither täglich. Entspannungsfähigkeit lässt sich gut im Alltag trainieren. Bereits kurze, regelmässige Übungen können helfen, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und Belastung früher einzuordnen. Für die Expertin liegt darin ein zentraler Nutzen der Methoden. «Sie fördern Regeneration, Gesundheitskompetenz und Resilienz», sagt sie.
Ein weiterer Vorteil ist ihre Alltagstauglichkeit. Die Methoden brauchen keine Hilfsmittel und keine besondere Umgebung. Entscheidend ist, sich ein paar Minuten bewusst Zeit zu nehmen und das erlernte Vorgehen anzuwenden. Gerade diese Verlässlichkeit überzeugt Christina Gilles: «Je häufiger man übt, desto schneller kann der Körper in einen ruhigeren Zustand finden», erklärt sie.
Persönliche Gesundheitskompetenz wird gestärkt
Für Christina Gilles sind Entspannungsverfahren ein wertvolles Wissen. Deshalb organisiert sie bei Energie 360° im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements Kurse zu diesem Thema. Dass Energie 360° solche Angebote ermöglicht, ist für sie auch ein starkes Zeichen. «Es zeigt, dass Gesundheit und Entwicklung konkret von der Arbeitgeberin unterstützt werden.» Mitarbeitende würden damit in ihrer Arbeitsfähigkeit und ihrer persönlichen Gesundheitskompetenz ernst genommen.
Christina Gilles gibt ihr Wissen weiter. Körperwahrnehmung ist für sie eine Ressource für Selbstregulation, Gesundheit und berufliche Belastbarkeit.
Praxis, Wissen und Selbstreflexion greifen ineinander
In sieben aufeinander aufbauenden Kurseinheiten lernen die Teilnehmenden nicht nur einzelne Übungen kennen. Sie setzen sich auch damit auseinander, wie Stressreaktionen entstehen und wie Gedanken, Gefühle und körperliche Reaktionen zusammenhängen. Praxis, Wissen und Selbstreflexion greifen dabei ineinander: Was löst Anspannung aus? Wie zeigt sie sich körperlich, mental oder emotional? Und wie lässt sich früh gegensteuern? Wichtig sei eine realistische Einordnung. «Anspannung per se ist nicht negativ. Sie hilft uns, leistungs- und handlungsfähig zu bleiben», erklärt sie. «Problematisch wird Anspannung dann, wenn sie zum Dauerzustand wird. Entscheidend ist die Fähigkeit, zwischen Aktivierung und Regeneration zu wechseln.»
Wissen, das im Alltag wirkt
Das Angebot ist gut besucht. Auch Lukas Egloff, Projektmanagement Office, und Debora Pauli, Projektleiterin Digitale Kommunikation, haben am Kurs teilgenommen. In einer schnelllebigen Zeit falle es vielen schwer, zur Ruhe zu kommen, sagt Lukas Egloff. Die Übungen machen sich bereits bemerkbar: «Ich gehe meinen Alltag gelassener an.» Und auch Debora Pauli, die unter Migräne leidet, profitiert. «Autogenes Training hilft mir, den Anfällen vorzubeugen. Die Wirkung hat mich überrascht.» Solche Rückmeldungen zeigen, dass die Methoden nicht abstrakt bleiben, sondern im Alltag Wirkung entfalten.
Christina Gilles erklärt, wie Stress- und Entspannungsreaktionen wirken – und warum Wissen, Übung und Selbstreflexion zusammengehören.
Für Christina Gilles sind strukturierte Entspannungsverfahren alltagsnahe Werkzeuge, die bei der Arbeit jederzeit und ohne Hilfsmittel angewendet werden können.
Tipps der Expertin
Wie lassen sich bewusste Ruhe- und Entspannungsphasen in den Arbeitsalltag integrieren? Expertin Christina Gilles empfiehlt:
1. Bewusste Pausen: Nutze kurze Unterbrechungen gezielt zur Regeneration.
2. Modus wechseln: Lasse in der Pause das Handy liegen. Bewege dich oder gehe kurz nach draussen.
3. Stille zulassen: Fülle Pausen nicht immer mit Gesprächen oder Aktivitäten. Auch wenige Minuten Ruhe entlasten.
4. Länger aus- als einatmen: Atme zwei bis drei Minuten bewusst, zum Beispiel vier Sekunden ein und sechs Sekunden aus. Das bewirkt schnelle Entspannung.
5. Routine einbauen: Übe morgens und abends. So stärkst du deine Entspannungsfähigkeit und startest und beendest deinen Tag bewusster.
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