Transformation Gebäudepark Schweiz: Kompromisslos Netto Null

Die Schweiz soll bis 2050 unter dem Strich keine Treibhausgase mehr ausstossen. Wie die Immobilienwirtschaft dazu beitragen soll, ist noch nicht abschliessend geklärt. Für die fünf am Netto Null Kollektiv beteiligten Unternehmen ist indes klar: Ohne die energetische Sanierung des ganzen Gebäudeparks geht es nicht.

Logos Energie 360° und Mitgliederfirmen Netto Null Kollektiv auf Holzklötzen

Die Schweiz zählt 2,5 Millionen Gebäude – die meisten wurden zwischen 1950 und 1994 gebaut und in 70% davon wird immer noch mit Öl und Gas geheizt. Ein Viertel des nationalen CO2-Ausstosses fällt daher im Gebäudepark an. Obwohl sich die Immobilienbesitzerinnen und Immobilienbesitzer ihrer Verantwortung für die Energiewende durchaus bewusst sind, werden jährlich nur etwa 1% der Gebäude saniert. Geht es in diesem Tempo weiter, wäre der Gebäudebestand erst in 100 Jahren energetisch erneuert. Warum saniert die Schweiz trotz drängender Umweltprobleme und Versorgungsengpässen mit angezogener Handbremse?

 

Sanierungen als Chance nutzen

«Das hat verschiedene Gründe», so Marcel Brülisauer, Leiter Produktmanagement Lösungen bei Energie 360°. «Der Erneuerungszyklus spielt eine wichtige Rolle. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Heizkessels liegt bei zirka 20 Jahren, die einer Fassade bei bis zu 50 Jahren. Bei der Berechnung der Objektrendite orientiert sich die Besitzerin oder der Besitzer an diesen Zyklen.» Dabei würden gerade auch energetische Sanierungen ohne Ersatzbedarf interessante Optionen bieten. «Die steigenden Energiepreise und die angespannte geopolitische Lage belasten sowohl die Rendite als auch die Marktfähigkeit von Objekten. Das gilt insbesondere für Immobilien mit einem hohen Energieverbrauch und einem aufgestauten Sanierungsbedarf.» Ein guter Moment also, um den Blick auf Sanierungsoptionen zu richten, die nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch rentabel sind.

 

Marcel Brülisauer, Leiter Produktmanagement Lösungen, Energie 360°

 

 

Marcel Brülisauer, Leiter Produktmanagement Lösungen, Energie 360°

 

Ganzheitlich denken und datenbasiert lösen

Energie 360° hat sich mit vier Unternehmen aus der Bau-, Immobilien- und Energiebranche zusammengeschlossen, um neue Sanierungslösungen anzustossen. Gemeinsam entwickeln sie integrale Energiesysteme, bei denen verschiedene Energieträger zu einem effizienten, digitalen System zusammengeschlossen werden. pom+ ist eines der fünf Unternehmen des Netto Null Kollektivs. Das Beratungsunternehmen bringt sich mit einem gesamtheitlichen Immobilienverständnis in die Planung von Sanierungsprojekten ein. «Wir arbeiten mit Messdaten aus verschiedenen Betriebsphasen und entwickeln daraus Kennzahlen, die über den gesamten Lebenszyklus hinweg Transparenz schaffen», erklärt Marc Eschler, Experte bei pom+. «Investorinnen und Investoren erhalten verlässliche Entscheidungsgrundlagen, die die gesamten Lebenszykluskosten miteinbeziehen. Und klimafreundliche Massnahmen können zum richtigen Zeitpunkt wirtschaftlich umgesetzt werden.» Alle Partnerinnen und Partner des Netto Null Kollektivs arbeiten datengetrieben. Die Zusammenarbeit schärft das Verständnis für die gesamte Wertschöpfungskette und ermöglicht die nahtlose Integration sämtlicher Prozesse.

 

Marc Eschler, Experte, pom+

 

 

Marc Eschler, Experte, pom+

 

Vom ersten Sonnenstrahl zum ökologischen Wirbelsturm

Nahezu jeder Erneuerungswunsch bietet Raum für grundsätzliche Sanierungsüberlegungen. So zum Beispiel der zunehmende Wunsch von Mieterinnen und Mietern, die Garage mit Ladestationen auszurüsten. «Mit E-Mobilität steigt der Bedarf an Solarstrom und einer wirtschaftlichen Eigenverbrauchslösung», so Tobias Stahel, CEO von Smart Energy Link. Das Unternehmen hat sich auf Eigenverbrauchssysteme und smarte Technologien spezialisiert, die den gesamten Strom- und Wärmebedarf eines Gebäudes optimieren. Dazu werden Anlagen, Geräte und Sensoren aus unterschiedlichen Gebäudetechnikbereichen zu einem integralen Gesamtsystem zusammengeschlossen und dieses wird intelligent und datenbasiert gesteuert. «Die Integration eines Lastmanagementsystems für Ladeboxen ist ein guter Moment, um das gesamte Energiesystem zu überdenken, effizienter zu gestalten und auf Netto Null auszurichten.» Das integrale Energiesystem optimiert dabei nicht nur den Energieverbrauch und die Betriebskosten, es liefert gleichzeitig die Daten zur Abrechnung der Strom- und Wärmekosten an die Mieterinnen und Mieter. Alles schlank geregelt in einem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV).

 

Tobias Stahel, CEO, Smart Energy Link

 

 

Tobias Stahel, CEO, Smart Energy Link

 

Jeder nachhaltige Tag beginnt im Bad

Auch der Wunsch, die Badezimmer zu sanieren, ist ein Einstiegspunkt für eine umfassende Sanierung. Im Mietwohnungssektor sind Standardmodule gefragt. Neuerdings sind sie mit energiesparenden Haustechnikkomponenten ausgerüstet, verfügen über eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung und eine Schnittstelle zur Solaranlage. «Eigenverbrauchslösungen im Zusammenspiel mit PV-Strom und Wärmepumpe setzen sich auch bei der Warmwasserbereitung immer mehr durch», erklärt Balz Hegg, CEO der Swissframe AG. Das Unternehmen hat sich schon früh mit der Eigenverbrauchsoptimierung und nachhaltiger Wärme beschäftigt und ist die Wasserspezialistin unter den fünf Unternehmen. «Beim Warmwasserverbrauch gibt es erstaunliche Möglichkeiten, um Energie und Kosten zu sparen.»

 

Balz Hegg, CEO, Swissframe AG

 

 

Balz Hegg, CEO, Swissframe AG

 

Absenkpfad strategisch planen

Das Netto Null Kollektiv hat sich zum Ziel gesetzt, die Erfahrungen von Spezialistinnen und Spezialisten bestmöglich zu nutzen und mit innovativen und integralen Gesamtlösungen die CO2-Emissionen und die Betriebskosten über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu reduzieren. Die Unternehmen des Netto Null Kollektivs unterstützen Investorinnen und Portfoliomanager bei der Entwicklung eines CO2-Absenkpfads und der Integration von Liegenschaften in eine intelligente Softwareumgebung. Marc Bätschmann, Geschäftsleitungsmitglied des auf Immobilienentwicklung spezialisierten Unternehmens Tend AG, ist überzeugt von der disziplinübergreifenden Zusammenarbeit: «Mit einer umfassend gedachten, verbindlichen Absenkstrategie können wir den Mehrwert von Immobilien langfristig absichern. Gleichzeitig bieten wir Investorinnen und Portfoliomanagern nebst der Reduktion ihrer Investitionsrisiken die Möglichkeit, einen wesentlichen Beitrag zur klimaneutralen Schweiz zu leisten.»

 

Marc Bätschmann, Mitglied der Geschäftsleitung, Tend AG

 

 

Marc Bätschmann, Mitglied der Geschäftsleitung, Tend AG

 

Netto Null leicht gemacht

Energie 360° bringt sich mit ihrer breiten Energiekompetenz in das Kollektiv ein und übernimmt bei Sanierungen wie Neubauprojekten die Planung und Realisation sowie den Betrieb des integralen Energiesystems. Investorinnen und Portfoliomanager können sich so auf die Verwaltung ihres Immobilienbestands konzentrieren. Energie 360° übernimmt die gesamte Verantwortung für das integrale Energiesystem. «Erträge sichern, Betriebskosten senken und gleichzeitig den gesamten Gebäudebestand auf Netto Null ausrichten, das ist das Ziel des Netto Null Kollektivs. Wir sind so überzeugt von diesem Dreiklang, dass wir uns auch als Investorin betätigen», fasst Tobias Meier, Leiter Entwicklung Areallösungen bei Energie 360°, die Strategie von Energie 360° als Bauherrin des Energiesystems zusammen.

 

Tobias Meier, Leiter Entwicklung Areallösungen, Energie 360°

 

 

Tobias Meier, Leiter Entwicklung Areallösungen, Energie 360°

 

Erste Projekte hat das Netto Null Kollektiv bereits umgesetzt und weitere befinden sich in Planung. So zum Beispiel die integrale Energie- und Mobilitätslösung für Verit in Olten. Weitere Projekte sind in enger Zusammenarbeit mit Investorinnen und Portfoliomanagern am Entstehen. Gemeinsam verfolgen wir ein Ziel: Den Gebäudepark Schweiz so schnell energetisch zu sanieren, dass auch die nachkommende Generation in Symbiose mit einer intakten Umwelt leben kann.

 

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