Ökologischen Fussabdruck verkleinern: Das können Sie tun

Der ökologische Fussabdruck zeigt, wie nachhaltig wir Menschen leben. Obwohl er 2020 aufgrund der Corona-Pandemie ein wenig schrumpfte, ist er weiterhin zu gross. Unsere Tipps helfen Ihnen, Ihren persönlichen ökologischen Fussabdruck zu verkleinern.

Ein Holzhaus an einem See mit einem grosse Berg im Hintergrund.

Der ökologische Fussabdruck stellt die Ressourcen der Erde mit ihren Gewässern, Feldern und Wäldern (Biokapazität) der menschlichen Beanspruchung gegenüber. Dahinter steckt ein umfassendes Konzept: Der ökologische Fussabdruck berücksichtigt die benötigte Fläche für den Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln, die Faserproduktion oder die Regeneration von Holz. In diese Rechnung fliessen auch die Aufnahme von ausgestossenem CO2 aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe ein sowie das Land, welches Infrastrukturbauten wie Fabrikgebäude und Lagerhallen verbrauchen.

 

Masseinheit für den ökologischen Fussabdruck

Sogar die Qualität der verfügbaren Fläche wird bei der Berechnung des ökologischen Fussabdrucks berücksichtigt. Berge und Wüsten sind weniger fruchtbar als Wiesen und Ackerland. Würde also im Ländervergleich nur die verfügbare Fläche, nicht aber die Qualität des Bodens verglichen, so wäre der ökologische Fussabdruck wenig aussagekräftig. Deshalb ziehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Berechnung des ökologischen Fussabdrucks den sogenannten globalen Hektar (gha) heran. Der ökologische Fussabdruck wird deshalb in globalen Hektaren pro Person ausgewiesen.

 

Der globale Hektar

Eine Sandwüste ist weniger fruchtbar als ein dichter Regenwald, klar. Um die Unterschiede zu vereinheitlichen wurde die Masseinheit des globalen Hektars (gha) geschaffen. Sie bildet den ökologischen Fussabdruck ab und zeigt die durchschnittliche biologische Produktivität eines Hektars Land auf der Erde, also 100 mal 100 Meter oder 10 000 Quadratmeter. Nachhaltig zu leben würde bedeuten, dass jedem Menschen 1,7 gha zur Verfügung stünden. Im weltweiten Durchschnitt beansprucht ein Mensch aber etwa 2,8 gha. Die Menschen verbrauchen also deutlich mehr natürliche Ressourcen, als die Erde im selben Zeitraum regenerieren kann.

 

Die Schweiz im Vergleich

Schweizerinnen und Schweizer brauchen pro Person rund 4,9 gha. Nachhaltig wären 1,7 gha. Würden also alle Menschen auf der Welt so leben wie wir, dann bräuchten wir fast dreimal so viele Ressourcen, wie uns die Erde liefern kann. Unser Pro-Kopf-Fussabdruck liegt im Durchschnitt der westeuropäischen Industrieländer. Einige Länder wie Luxemburg (12,8 gha), Katar (14,6 gha) oder die Vereinigten Staaten (8,1 gha) haben einen noch grösseren ökologischen Fussabdruck pro Person. Andere Nationen wiederum, wie die Demokratische Republik Kongo (0,8 gha), Bangladesh (0,8 gha) oder Madagaskar (0,9 gha) liegen weit unter dem Durchschnitt.

 

Corona fürs Klima

Schlagartig hat die Corona-Pandemie das Leben von Menschen auf der ganzen Welt auf den Kopf gestellt. Nicht zuletzt wirkt sie sich auch auf das Klima aus. Und das in positivem wie im negativem Sinne. Der boomende Onlinehandel bringt eine Päckli-Lawine mit sich. Das Virus drängt Pendler aus dem ÖV ins Privatauto. Und nicht zuletzt verdrängt Covid-19 das Thema Klimaschutz aus den Schlagzeilen.

Doch die Pandemie hat auch bedeutende Vorteile für die Umwelt. Die Menschen reisen weniger, die Industrie fährt die Produktion herunter, Touristenströme bleiben aus und stromfressende Unterhaltungsangebote sind abgesagt. Das Resultat: Die Emissionen von Treibhausgasen sind weltweit stark zurückgegangen. Dadurch ist auch der ökologische Fussabdruck geschrumpft. Doch Expertinnen und Experten sind sich einig, dass diese Effekte nicht von Dauer sind. Denn nach der Krise wird die Industrie wieder hochfahren, Menschen werden ihre Ferien nachholen und wieder ins Büro pendeln.

Eine Person läuft durch den Wald.

Würden also alle Menschen auf der Welt so leben wie wir, bräuchten wir knapp drei Erden.

 

Um Ihren Fussabdruck trotzdem nachhaltig klein zu halten, hier einige Tipps:

  • Wenn Sie im Homeoffice arbeiten können, nutzen Sie diese Möglichkeit weiterhin. So senken Sie die Emissionen, die das Pendeln verursacht.
  • Beziehen Sie Strom aus erneuerbaren Energiequellen, oder installieren Sie zuhause eine Anlage, die diesen selbst produziert.
  • Drehen Sie die Heizung runter. Schon ein Grad Celsius weniger spart viel Energie.
  • Achten Sie bei elektronischen Geräten oder Fahrzeugen auf die Kennzeichnung des Energieverbrauchs.
  • Kaufen Sie lokale Produkte. Diese haben keine lange Reise hinter sich.
  • Essen Sie wenig Fleisch. Dessen Ökobilanz ist um einiges schlechter als jene von pflanzlicher Nahrung.
  • Verbringen Sie die Ferien in der Schweiz oder im nahen Ausland. Exotische Tropeninseln, beeindruckende Klippen und dichte Wälder gibt es auch in unseren Breiten.

 

Übrigens, das Titelbild zu diesem Artikel zeigt weder Patagonien noch Kanada. Das Haus befindet sich am Arnisee in Gurtnellen im Kanton Uri. Wär doch eine Idee für die diesjährigen Sommerferien, nicht?

 

«Grüne Minute» zum ökologischen Fussabdruck

In der Sendung «Die Grüne Minute» auf Radio 1 behandelt Umweltingenieurin Bianca Svaizer von der Umwelt Arena Schweiz regelmässig Themen rund um mehr Nachhaltigkeit im Alltag.

Den Beitrag zum ökologischen Fussabdruck gibt’s online als Podcast zum Nachhören:

 

Kommentar verfassen*