Die Luft wird dünner für den CO2-Ausstoss

Jedes Gramm CO2 zählt – beim Klimawandel und auch für die Autoimporteure. Letztere sanktioniert das CO2-Gesetz, wenn ihre Neuwagenflotte über 130 Gramm CO2 pro Kilometer ausstösst. Doch auch sonst gibt es zahlreiche Lenkungsmassnahmen, die Autofahrer für den Kauf eines schadstoffarmen Fahrzeugs begeistern sollen. Ein Überblick.

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Legende: Wie viel oder wenig CO2 der Fiat 500 tatsächlich emittiert, zeigt die Emmissionkontrolle im Testcenter – hier dasjenige in Turin (MikeDotta, Shutterstock.com).

Bis anhin war die Leitwährung für die Leistungsfähigkeit eines Motors die Pferdestärke. Spätestens seit der Einführung der Energieetikette (siehe Box) beachten immer mehr Autokäufer auch, wie viel Kohlendioxid (CO2) ihr Fahrzeug ausstösst. Aus gutem Grund: Mit der Angabe der CO2-Emission je Kilometer lässt sich der Spritverbrauch einfach vergleichen und bewerten. Verbrennt man beispielsweise einen Liter Benzin, werden 2,34 Kilogramm COfrei, bei Diesel sind es 2,63 Kilogramm pro Liter. Kurz: Je weniger CO2 ausgestossen wird, desto sparsamer der Motor – und umso weniger CO2 wird ausgestossen.

Trotz klarer Senkung: Ziel von 130 g/km wurde für 2015 nicht erreicht
Lagen die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Benzin-Neuwagen im Jahr 2013 bei 145 g/km (Diesel: 149 g/km), sanken sie im Jahr 2014 auf 142 g/km (146 g/km) – durchschnittlich verbrauchten die Neuwagen 2014 also noch 6,11 Liter Benzin pro 100 Kilometer. Neueste Studien zeigen einen noch tieferen Wert: Die Neuwagen, die zwischen dem 1. Juni 2014 und dem 31. Mai 2015 in Verkehr gesetzt wurden, stossen 139 g/km aus. Die Emissionswerte nähern sich also dem gesetzlichen Zielwert von 130 g/km. Doch noch ist das Ziel nicht erreicht.

Das Ziel von 130 Gramm CO2 pro gefahrenen Kilometer setzte die Fahrzeughersteller unter Druck, Fahrzeuge mit effizienteren Motoren anzubieten. So auch Fiat Chrysler Automobiles (FCA): Noch 2014 lag der Ausstoss der gesamten Flotte bei 146 g/km. 2015 indes waren es mit 135 Gramm elf Gramm weniger. Fiona Flannery, Public Relations Director, erklärt, wie das Unternehmen den Ausstoss derart senken konnte: «Wir fördern Fahrzeuge mit verbrauchsarmen Motoren gezielt und haben auch deren Preise gesenkt – bei Benzin-, Diesel- und Erdgas/Biogas-Motoren. Der Fiat Panda mit Gasmotor ist beispielweise das schweizweit meistverkaufte Fahrzeug mit diesem Antrieb.» Um den CO2-Verbrauch der Gesamtpalette weiter zu senken, optimiert Fiat Chrysler auch Fahrzeuge mit grösseren Motoren und bietet beispielsweise sogar bei verschiedenen Geländelimousinen die Start-&-Stop-Automatik serienmässig an. Fiona Flannery: «Wir wollen aber nicht nur den Normverbrauch senken, sondern auch die Fahrer sensibilisieren, damit sie ein effizienteres Fahrverhalten an den Tag legen.» Dazu gehört die Software Eco:Drive, die den Fahrstil analysiert und Vorschläge macht, wie man weniger Treibstoff benötigt und damit CO2 und Geld einspart.

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Durchschnittliche CO2-Emissionen pro Kanton 2014: In den Bergregionen leisten sich die Fahrzeuglenker immer noch PWs mit überdurchschnittlich starken Motoren. Quelle BFE (www.bfe.admin.ch/energieetikette/00886/06374/index.html?lang=de)

Geld und CO2 – noch mehr sparen ist möglich
Wer an einem energieeffizienten Fahrzeug interessiert ist – und damit Treibstoff und Geld sparen will –, findet auf der Website sämtliche Neuwagen, die aktuell einen maximalen CO2-Ausstoss von 95 g/km aufweisen. Autor der Website ist EnergieSchweiz, eine Initiative des Bundesamtes für Energie BFE.

Immer mehr Kantone gewähren für sparsame und emissionsarme Fahrzeuge eine Reduktion der Motorfahrzeugsteuer, zum Beispiel für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Dazu gehören Erdgas/Biogas, Elektro- und Hybridmotoren sowie Antriebe mit Brennstoffzellen. Massgebend für die Rabatte sind die gesetzlichen Regelungen der jeweiligen Kantone. Eine Übersicht finden Sie hier. Verbindliche Auskünfte erteilt das Strassenverkehrsamt.

Doch nicht nur beim Treibstoff und der Motorfahrzeugsteuer lässt sich mit effizienten Motoren Geld sparen. Auch die Versicherungen bieten teilweise erstaunliche Rabatte, zum Beispiel auf Erdgas/Biogas-Autos. Weitere Informationen.

 

CO2-Emissionsvorschriften für Personenwagen

Die Energieetikette informiert über den Treibstoffverbrauch in Liter/100 km, den CO2-Ausstoss in g/km und die Energieeffizienz bezogen auf das Fahrzeugleergewicht. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK aktualisiert die Energieetikette jährlich auf den 1. August. Es gilt eine Übergangsphase vom 1. August bis 31. Dezember. Allgemein wird damit gerechnet, dass das UVEK die Effizienzkriterien für Neuwagen auf den 1. Januar 2017 weiter verschärft. Durch die Verschärfung wird garantiert, dass erneut nur ein Siebtel aller Neuwagenmodelle in die beste Effizienz-Kategorie A fällt.

Die Schweiz kommt mit dem CO2-Gesetz ihrer Verpflichtung nach, ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 20% gegenüber 1990 zu reduzieren. Der Strassenverkehr ist in der Schweiz für einen erheblichen Anteil der CO2-Emissionen verantwortlich und das Potenzial für Einsparungen ist vor allem bei den Personenwagen sehr gross.

Analog zur EU hat die Schweiz darum per Juli 2012 CO2-Emissionsvorschriften für neue Personenwagen eingeführt. Die Schweizer Importeure sind seit 2015 verpflichtet, die CO2-Emissionen der Neuwagen im Durchschnitt auf 130 Gramm pro Kilometer zu beschränken. Es gilt: Wenn die CO2-Emissionen pro Kilometer den Zielwert überschreiten, muss der Importeur eine Lenkungsabgabe entrichten. Die CO2-Vorschriften betreffen alle Importeure von neuen Personenwagen. Dabei wird unterschieden zwischen Grossimporteuren (50 oder mehr PW-Zulassungen pro Jahr) und Kleinimporteuren (weniger als 50 PW-Zulassungen pro Jahr). Privatpersonen, die ihren Neuwagen direkt importieren, gelten ebenfalls als Kleinimporteure.

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Quellen u.a. https://www.tcs.ch/de/auto-zweirad/umwelt-mobilitaet/energieetikette.phphttp://www.bfe.admin.ch/energieetikette/00886 www.bfe.admin.ch/energie/00588/00589/00644/index.html?lang=de&msg-id=57933

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