Abwärme als saubere Energie nutzen

Fernwärme wird künftig in der Stadt Zürich einen deutlich höheren Teil des Wärmebedarfs abdecken. Gemeinsam mit ERZ Entsorgung + Recycling Zürich bringt Energie 360° in den nächsten Jahren Fernwärme in verschiedene Quartiere, die neu angeschlossen werden. Auch andere Gemeinden setzen auf Wärmenetze von Energie 360°.

Täglich sammeln die Kehrichtlastwagen von ERZ Entsorgung + Recycling Zürich mehr als 30 000 Züri-Säcke voller Abfall auf dem Gemeindegebiet ein. Schweizweit fallen pro Jahr über vier Millionen Tonnen Abfall an, die in 30 Kehrichtverwertungsanlagen (KVA) landen. Diese verbrennen den Abfall.

Aus Abfall wird Fernwärme

Dabei entsteht – quasi als Abfallprodukt – Wärme, die dann als Fernwärme zum Heizen verwendet wird. Weil die KVA massiv in die Abwärmenutzung investiert haben, konnten die Wärmelieferungen schweizweit in den letzten zehn Jahren um mehr als 15 % gesteigert werden. Das zeigt sich etwa am Beispiel der KVA Hagenholz in Zürich: 52 % der theoretisch verfügbaren Energie wird dort in nutzbare Wärme umgewandelt. Dazu kommt ein Stromnutzungsgrad von 16%.

 

Fernwärme – die saubere Energie

Die Zürcherinnen und Zürcher kennen den Wert «ihrer» Abwärme und wollen diese nicht verschwenden: In einer Abstimmung im September 2018 haben sie entschieden, Fernwärme künftig deutlich stärker zu nutzen als bisher. Fernwärme trägt denn auch wesentlich dazu bei, dass die Stadt die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft erreicht. Nur im Winter braucht es bei der Produktion die Ergänzung durch Gas und durch weniger als 1 % Öl. Im Jahr 2050 soll ein Viertel des Wärmebedarfs der Stadt mit Fernwärme gedeckt werden. Die Funktionsweise ist dabei relativ einfach: Über ein geschlossenes Wassersystem gelangt die Wärme von den Produktionsanlagen zu den Kundinnen und Kunden; zurück fliesst dann abgekühltes Wasser. Somit entfallen komplexe Heizsysteme in den einzelnen Gebäuden.

 

Das Schweizer Volk hat die Energiestrategie 2050 in einer Abstimmung 2017 angenommen. Sie hat neben dem Atomausstieg zum Ziel, erneuerbare Energien zu fördern und die Energieeffizienz zu erhöhen.

 

Gemeinschaftsanschlüsse durch Energie 360°

Neu ans Fernwärmenetz angeschlossen werden Teile von Wipkingen, Unterstrass, Aussersihl und Sihlquai. Den etappenweisen Ausbau des Fernwärmenetzes treibt ERZ Entsorgung + Recycling Zürich voran. Energie 360° ist als Projektpartnerin mit dabei: Sie kümmert sich um den Bau und den Betrieb der so genannten Gemeinschaftsanschlüsse. Dabei werden mehrere Gebäude – meistens verfügen sie noch über einzelne Heizungen– durch eine gemeinsame Nahwärmeleitung verbunden und müssen so nicht einzeln an die Versorgungsleitung des Fernwärmenetzes angeschlossen werden. Ein Gemeinschaftsanschluss bedeutet für die Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer– und damit auch für die Mieterinnen und Mieter – ein Rundum-sorglos-Paket. Energie 360° bietet auch Hand, wenn Heizungen bereits heute ersetzt werden müssen, aber noch keine Fernwärme verfügbar ist. Die Gebäude werden dann während einer Übergangszeit von einer gemeinsamen Heizzentrale aus versorgt, bis die Fernwärmeleitung ins Quartier gezogen wird.

 

So funktioniert ein Fernwärmenetz

Über ein gut isoliertes Leitungsnetz gelangt die Fernwärme in Form von heissem Wasser zu den Gemeinschaftsanschlüssen. In Übergabestationen wird die Energie via Wärmetauscher an das Nahwärmenetz der angeschlossenen Gebäude übergeben, dann fliesst abgekühltes Wasser zurück.

 

So funktioniert ein Fernwaermenetz

 

Partnerin für Gemeinden

Sinnvolle und nachhaltige Energielösungen realisiert Energie 360° nicht nur als Partnerin von ERZ Entsorgung + Recycling Zürich in der Stadt Zürich: In Partnerschaft mit Gemeinden wie Embrach, Küsnacht oder Zumikon betreibt sie Wärmeverbünde auf Basis erneuerbarer Energien wie Holzschnitzel oder Abwasser. Intelligente Steuerungen sorgen zusätzlich für Effizienz. So haben bereits 2016 die Bürgerinnen und Bürger von Embrach einem Ausbau des Wärmeverbundes Breiti zugestimmt. Nachwachsender Rohstoff aus dem eigenen Wald, kurze Transportwege und die Einbindung regionaler Unternehmen machen das Projekt zu Erfolgsstory. Im Auftrag der Gemeinde Embrach sanierte Energie 360° ab März 2017 die bestehende Anlage und erweiterte das Wärmenetz. Weil neu zahlreiche private Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer ebenfalls Wärme aus dem Verbund beziehen und auch die Gemeinde Embrach mit der Badi Talegg einen grossen Verbraucher ins Netz integriert, vermindert sich der CO2-Ausstoss um 530 Tonnen pro Jahr – das entspricht etwa 200 000 Litern Heizöl. Im Oktober 2018 hat die Gemeinde zudem beschlossen, auch den Wärmeverbund Dreispitz in die Hände von Energie 360° zu übergeben.

 

Die Vorteile von Fernwärme
Ein Anschluss ans Fernwärmenetz bietet für die Besitzerinnen und Besitzer von Liegenschaften ebenso wie für Mieterinnen und Mieter verschiedene Vorteile.

  • Sie brauchen sich nicht länger um Betrieb, Wartung und Unterhalt der eigenen Heizung zu kümmern.
  • Das Fernwärmenetz funktioniert zuverlässig und erfüllt alle gesetzlichen Vorgaben für Heizungen.
  • Dank lokaler Abwärmenutzung aus der Verbrennung von Abfall und Holz sinkt die Abhängigkeit von ausländischer Energie.
  • Sie sind kaum davon betroffen, wenn die CO2-Abgabe weiter steigt, da Fernwärme mehrheitlich durch erneuerbare Energien erzeugt wird.
  • Der Anschluss ans Fernwärmenetz – und damit an ein zukunftssicheres und ökologisches Heizsystem –steigert den Wert einer Liegenschaft.

Weitere Informationen für Besitzerinnen und Besitzer von Liegenschaften

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