Arbeiten unter Hochdruck

700 Meter tief unter dem Meeresspiegel herrscht ein Druck von 70 Bar. Derselbe immense Druck herrscht auch in den überregionalen Gaspipelines in der Schweiz. Unterhalts- und Erweiterungsarbeiten an diesen Hochdruckleitungen sind heikel – Energie 360° ist darauf spezialisiert.

Es braucht wenig Fantasie, um sich auszumalen, wie schwierig Arbeiten an einer Erdgas-Hochdruckleitung sind. «Man muss den Druck im Innern drastisch reduzieren, sonst sind Arbeiten an der Leitung unmöglich», sagt Gregory Sibler, Leiter Netzservice bei Energie 360°.

Rund ein Dutzend Mal pro Jahr rückt das Spezialistenteam von Energie 360° aus, um für andere Schweizer Gasnetzbetreiber Unterhalts- und Erweiterungsarbeiten auszuführen. Dazu kommen etliche Einsätze für das eigene Netz, das Energie 360° kontinuierlich wartet und auf dem neuesten Stand hält. «Das gibt uns die notwendige Erfahrung. Nur wenige Spezialisten in der Schweiz beherrschen diese Arbeit», sagt Kay Volklandt, bei Energie 360° als Leiter Bau und Instandhaltung Leitungen tätig, nicht ohne Stolz. Und der Stolz ist gerechtfertigt, wie einer der jüngsten Einsätze für die Gasversorgung Mittelland zeigt.

Den Druck reduzieren

In der Nähe von Laufen im Kanton Baselland transportiert eine Hochdruck-Pipeline Erdgas/Biogas vom Norden ins Mittelland. Jüngst stellte eine daran angeschlossene Papierfabrik den Betrieb ein; nun wird dort viel weniger Gas benötigt. Der regionale Gasversorger, der Gasverbund Mittelland (GVM), passt deshalb das Gasnetz den neuen Bedürfnissen an: Die 70-Bar-Hochdruckleitung wird nicht mehr benötigt. Stattdessen soll das Gas künftig über eine bereits bestehende 5-Bar-Mitteldruckleitung zu den Kundinnen und Kunden fliessen. Damit diese besser unterhalten werden kann, benötigt sie einen zusätzlichen Zugang – ein sogenanntes T-Stück. Der Auftrag lautete also: Demontage der 70-Bar-Hochdruckleitung, Erweiterungsarbeiten an der 5-Bar-Leitung.

Wie geht man diese Aufgabe an, Kay Volklandt? «Die im Netz nachgelagerten Kundinnen und Kunden sind auf eine permanente Gasversorgung angewiesen. Wir müssen also einerseits darauf achten, dass immer genügend Gas fliesst, und andererseits gewährleisten, dass wir gefahrlos arbeiten können. Zudem gibt es zahlreiche Sicherheitsvorschriften, die wir ebenfalls beachten müssen – etwa, dass keine versehentliche Durchschaltung vom 70-Bar- ins 5-Bar-Netz stattfinden kann.»

Die Arbeit beginnt

Als Erstes legten die Spezialisten die 70-Bar-Zuleitung mittels Schiebern still und «umfuhren» sie über ein spezielles Verbindungssystem zur Druckregelstation. In einer mobilen Druckreduzier- und Messstation wurde der Gasdruck von 70 auf 5 Bar reduziert. Damit war der Weg frei für die Demontagearbeiten an der 70-Bar-Leitung.

Nun floss das Gas nur noch über die 5-Bar-Leitung. Allerdings sollte an dieser das T-Stück eingebaut werden. Die Netzprofis legten darum einen Bypass um die Arbeitsstelle und reduzierten den Druck innerhalb der Leitungen nochmals – auf noch 4 Bar. Für den Bypass bohrten die Rohrnetzmonteure bei dafür vorgesehenen Stellen die Leitung an und setzten Sperren in die Gasleitung. Im Fachjargon werden diese Sperren Absperrblasen genannt, weil sie Ballonen ähneln, die dann in der Leitung mit Stickstoff aufgeblasen werden und die Leitung dicht verschliessen. Nun mussten die Arbeiter noch das Erdgas/Biogas aus der abgeriegelten Leitung blasen. Danach erst konnten sie das T-Stück einbauen.

Das komplexe Projekt benötigte neun Monate Vorbereitung – und wurde innerhalb nur eines Tages ausgeführt. Innert weniger Stunden wurde die bestehende Leitung dicht verschlossen; danach setzten die Netzprofis von Energie 360° das T-Stück ein.

Das komplexe Projekt benötigte neun Monate Vorbereitung – und wurde innerhalb nur eines Tages ausgeführt. Innert weniger Stunden wurde die bestehende Leitung dicht verschlossen; danach setzten die Netzprofis von Energie 360° das T-Stück ein.

Die Arbeiten bestehen den Qualitätstest

Zuletzt galt es zu prüfen, ob jedes Verbindungsteil absolut dicht war. Die Arbeiten wurden vom Technischen Inspektorat des Schweizerischen Gasfaches (TISG) beurteilt. Erst danach durften alle Leitungen wieder mit Gas gefüllt werden. «Wir sind froh, dass sämtliche Nähte den strengen Schweissprüfungen entsprechen. Unsere Arbeit wurde noch vor Ort freigegeben», so Kay Volklandt zufrieden. Das ganze Projekt erforderte eine Vorbereitungszeit eines Dreivierteljahres. Durchgeführt wurde es – in einem einzigen Tag.

Der Bedarf an Gas nimmt vielerorts ab, gleichzeitig gewinnt die Einspeisung von Biogas an Bedeutung. Dies bedingt technisch komplexe Änderungen am Netz: Energie 360° hat die Kompetenz, solche Änderungen umzusetzen.

Das komplexe Projekt benötigte neun Monate Vorbereitung – und wurde innerhalb nur eines Tages ausgeführt. Innert weniger Stunden wurde die bestehende Leitung dicht verschlossen; danach setzten die Netzprofis von Energie 360° das T-Stück ein.

«Wir haben ein anspruchsvolles Projekt professionell umgesetzt.»
Andreas Ballmer, Projektleiter GVM

Wozu lässt es sich eigentlich verwenden, das Gas, das durch die Leitungen von Energieversorgungsunternehmen wie dem GVM oder Energie 360° fliesst?

Verwendungszwecke von Gas entdecken

Umweltschonend fahren

Heizen mit Gas

Kochen am Gasherd

Produzieren mit Gas

Kommentar verfassen*

Tragen Sie unten Ihre Daten ein