Was Sie beim Sanieren Ihrer Heizung beachten sollten

Die neusten Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) verschärfen die Vorgaben für Heizsysteme. Verbindlich werden sie aber erst, wenn sie in die kantonalen Energiegesetze eingeflossen sind. Das ist wichtig für alle, die demnächst eine Heizungssanierung planen.

Die Vorschriften für den Gebäudebereich, etwa für Heizungen, sind Sache der Kantone. Damit sie möglichst einheitlich ausfallen, erarbeitet die Konferenz Kantonaler Energiedirektoren (EnDK) seit 1992 Mustervorschriften für die Kantone im Energiebereich (MuKEn). Die neusten Mustervorschriften – die MuKEn 2014 – verschärfen die energetischen Vorgaben gegenüber den vorherigen MuKEn 2008 deutlich, um den Wärmebedarf weiter zu senken und die erneuerbaren Energien zu fördern. Dabei unterscheiden sie zwischen Neubauten und Gebäudesanierungen.

 

Neubauten: nahezu null Energie

Neubauten müssen sich gemäss den MuKEn 2014 übers ganze Jahr gesehen fast vollständig selbst mit Wärmeenergie versorgen – etwa durch Erdwärme oder Abwärme. Der jährliche Energieverbrauch darf maximal 35 kWh/m2 betragen. Gemessen wird dabei nur die zugeführte Energie wie Strom, Erdgas und Biogas, Fernwärme, Heizöl oder Holz. Der neue Grenzwert lässt sich rechnerisch nachweisen. Viel einfacher ist es aber, eine der sogenannten Standardlösungskombinationen für Neubauten zu wählen, welche die MuKEn 2014 definieren, zum Beispiel eine Gas-Wärmepumpe oder eine Holzpellets-Heizung.

 

Heizung sanieren: 10% erneuerbare Energien

Beim Sanieren der Heizung in bestehenden Wohnbauten müssen gemäss den MuKEn 2014 entweder mindestens 10% erneuerbare Energien eingesetzt oder 10% Energie gespart werden. Zudem darf der jährliche Bedarf an Wärmeenergie maximal 100 kWh/m2 betragen. Der Nachweis dafür kann über drei Wege erfolgen: Erstens lässt sich das Gebäude nach Minergie zertifizieren. Die zweite Option ist ein Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK), der dem Gebäude mindestens die Gesamtenergieeffizienz-Kategorie D bescheinigt. Drittens kann eine der elf Standardlösungen realisiert werden, die die MuKEn 2014 für eine Heizungssanierung vorgeben.

 

Vorgaben in vielen Kantonen noch nicht verbindlich

An diese Vorgaben müssen sich Hauseigentümerinnen und -eigentümer allerdings erst halten, wenn die MuKEn 2014 ins jeweilige kantonale Energiegesetz eingeflossen sind. Vorher stellen sie nur eine unverbindliche Empfehlung dar. Erste Kantone haben ihre Energiegesetze bereits angepasst. Das Stimmvolk der Kantone Bern und Solothurn wiederum lehnte die Änderungen ab. Unter anderem in den Kantonen Aargau und Zürich diskutieren die Parlamente 2019 über die Umsetzung der MuKEn 2014.

Heizung sanieren

Da gegen die Gesetzesänderungen das Referendum ergriffen werden kann, sind auch in diesen Kantonen Volksabstimmungen wahrscheinlich. Somit dürften die Gesetze dort frühestens 2021 in Kraft treten.

Bis dahin bestehen beim Sanieren der Heizung weiterhin keine Vorgaben fürs neue Heizsystem. Hauseigentümerinnen und -eigentümern stehen verschiedene umweltfreundliche Möglichkeiten offen. Wer in der Stadt Zürich in einem künftigen Fernwärmegebiet wohnt, profitiert von lokaler, erneuerbarer Wärme, die Energie 360° gemeinsam mit ERZ Entsorgung + Recycling Zürich zu den Zürcherinnen und Zürchern bringt. Auch viele andere Gemeinden realisieren Verbundlösungen auf der Basis von erneuerbarer Energie, die Abklärung lohnt sich. Eine Gas-Heizung mit einem Anteil Biogas wird bei den MuKEn 2014, ausser im Kanton Luzern, noch nicht als Standardlösung anerkannt. Dabei gilt: Je höher der Anteil an erneuerbarem Biogas, desto klimafreundlicher. Bei Energie 360° wählen Kundinnen und Kunden diesen Anteil selber. Auch ein Produkt mit 100% Biogas gibt es. So oder so: Eine Heizung rechtzeitig sanieren, lohnt sich. Denn so reduzieren sich die Energiekosten früher: Eine neue Heizung senkt diese in der Regel deutlich.

 

Die 5 Schritte einer Heizungssanierung

Das Sanieren der Heizung läuft in der Regel in folgenden fünf Schritten ab:

  1. Beratung: Ein Heizungsinstallateur oder ein Kundenberater von Energie 360° klärt zusammen mit der Hauseigentümerin oder dem Hauseigentümer die Anforderungen an die neue Heizung und zeigt die Vor- und Nachteile der verschiedenen Heizsysteme auf.
  2. Detailanalyse: Dabei wird geklärt, welche Heiztechnologien für das Gebäude in Frage kommen und welche Leistung das Heizsystem haben sollte. Wenn eine Gasheizung zur Diskussion steht und das Gebäude noch nicht ans Gasnetz angeschlossen ist, wird zudem geprüft, ob ein Anschluss möglich und sinnvoll ist.
  3. Wahl des Heizsystems: Die Hauseigentümerin oder der Hauseigentümer erhält alle nötigen Informationen, um sich für das passende Heizsystem zu entscheiden. Dazu gehört auch eine Übersicht über Förderbeiträge und Umweltprämien.
  4. Offerten: Es empfiehlt sich, für das Sanieren der Heizung Offerten von mindestens zwei Anbietern einzuholen.
  5. Realisierung: Dieser Schritt hängt vom bisherigen und vom neuen Heizsystem ab. Neben der eigentlichen Montage zählen genauso die Vorbereitungsarbeiten dazu: etwa die Entsorgung des Öltanks, der Anschluss ans Gasnetz bei einer Gasheizung und Anpassungen am Kamin.

 

Kosten einer Heizungssanierung

Beim Vergleich verschiedener Heizsysteme sollten nicht nur die Investitionen betrachtet werden, sondern genauso die jährlichen Gesamtkosten. Diese setzen sich aus Kapitalkosten (Abschreibungen), Energiekosten und übrigen Heizkosten zusammen. Unsere Energieberater unterstützen Sie gerne bei der Wahl des für Sie richtigen Heizsystems:

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Weitere Informationen zur Heizungssanierung und den MuKEn 2014 finden Sie hier:

Die Standardlösungen der MuKEn 2014 kennenlernen

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