Wie Birnel Schnapsbrennern den Garaus machte

Tee, Joghurt, Gebäck – es gibt viele feine Anwendungsmöglichkeiten für Birnel. Erfunden wurde es aber zu einem anderen Zweck.

Birnel, Wehntaler Mosterei

Stefan Brunner ist stolz darauf, dass in seinen Produkten nichts als Natur steckt. Die Konzentrationsanlage entzieht dem Saft durch physikalische Prozesse das Wasser.

Heute freuen wir uns am Birnel als gesundes und feines Süssungsmittel. Nach dem Zweiten Weltkrieg freute sich die Eidgenössische Alkoholverwaltung: Sie hatte Birnel erfunden, um die Bauern vom Schnapsbrennen abzuhalten.

Kampf gegen die Schnapspest

Seit Ende des 19. Jahrhunderts war Alkoholismus in der ländlichen Unterschicht und bei Industriearbeitern weit verbreitet. Die Rede war von einer regelrechten Schnapspest. Männer, Frauen und selbst Kinder tranken häufig schon am Morgen Alkohol. Das Schnapsbrennen war unter den Bauern weit verbreitet. Gebrannt wurden vor allem Birnen, eine Reaktion auf das Verbot des Kartoffelschnapses.

Neuer Verwendungszweck für Birnen dank Birnel

Nachdem die Politik lange erfolglos versucht hatte, den Alkoholkonsum mit Repressionen in den Griff zu kriegen, suchte die Alkoholverwaltung in den 1920er Jahren einen neuen Weg: Sie versuchte es mit positiver Kommunikation und rückte die gesundheitlichen Vorteile des Genusses von (ungebranntem) Obst in den Vordergrund. In diesem Zuge suchte die Alkoholverwaltung nach dem Zweiten Weltkrieg für die Bauern auch nach einer neuen Verwendung für ihre Birnen und erfand das Birnel. Sie schenke die Erfindung dem Obstverband, der noch heute Inhaber der Marke Birnel ist.


Dank Erdgas/Biogas als Prozessenergie verursacht die Produktion von Birnel in der Wehntaler Mosterei nun 34% weniger CO2.

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