Den geeigneten Start-up-Investor finden

Sie haben eine zündende Geschäftsidee oder eine zukunftsweisende Technologie entwickelt und sind bereit, Ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Die Hausaufgaben sind gemacht, fehlt nur noch das Startkapital. Doch wie findet man einen geeigneten Investor, wie zum Beispiel den Smart Energy Innovationsfonds, der das Vorhaben auf Herz und Nieren prüft und das notwendige Geld investiert? Wir zeigen Ihnen die relevanten Punkte, auf die es ankommt.

Es gibt Geschäftsideen, die sich mit wenig Kapital realisieren lassen – Geschäftsideen, bei denen die finanzielle Unterstützung von Familie und Freunden reicht, um ein Unternehmen zu gründen. Doch gerade in Bereichen, in denen technologische Innovationen zur Marktreife gebracht werden sollen oder wo hohe Eintrittsschwellen vorhanden sind, sind beträchtliche Mittel erforderlich, um ein unternehmerisch nachhaltiges Geschäftsmodell aufzubauen.

Eine blosse Geschäftsidee zu präsentieren, und sei sie noch so innovativ, ist nicht ausreichend. Sie müssen den potenziellen Investoren glaubwürdig darlegen, dass Sie und Ihr Team gemeinsam über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, das Unternehmen aufzubauen, über mehrere Jahre zu führen und sich in Ihrem Tätigkeitsfeld gegen die Konkurrenz zu behaupten. Das erfordert Recherchen zum Konkurrenzumfeld, zu den Absatzmärkten, zu möglichen Risikoszenarien. Es braucht eine realistische Personalplanung, eine Kosten- und Ertragsanalyse und vieles mehr – letztlich alles, was Ihnen dient, eine ungewisse Zukunft auf möglichst plausible Weise abzubilden.

 

Zwei zentrale Fragen: Problem/Solution Fit und Product/Market Fit

Für Investoren sind zwei Fragen von zentraler Bedeutung. Erstens, funktioniert das Geschäftsmodell? Löst das Produkt oder die Dienstleistung ein vorhandenes Problem? Kann es sich gegenüber der Konkurrenz behaupten? Inwiefern ist es besser als das Konkurrenzangebot? Dieser Fragenkomplex wird auch als «Problem/Solution Fit» bezeichnet.

Zweitens stellt sich die Frage, ob die Strategie und der Vertrieb funktionieren. Kann kostendeckend produziert werden? Werden genügend Mittel erwirtschaftet, um rasch zu wachsen? Besteht ein Markt, in dem das Produkt bereits in einer frühen Phase auf Interesse und Abnehmer stösst? Diese Aspekte werden oft als «Product/Market Fit» bezeichnet und sollen Investoren die Gewissheit verschaffen, dass relativ schnell Marktanteile gewonnen werden können.

 

 

Welche Investoren in welcher Unternehmensphase?

Für die Kapitalbeschaffung gibt es viele Möglichkeiten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben, von Krediten – also Fremdkapital – über die Herausgabe von Aktien – also Eigenkapital – bis zu staatlicher Förderung.

Familien und Freunde sind oft in der frühesten Phase potenzielle Geldgeber, die aufgrund der persönlichen Bindung zu attraktiven Konditionen beschränkte Mittel einschiessen können. Ihre Renditeerwartungen sind vernachlässigbar – was selbstredend nicht bedeutet, dass sie ihr investiertes Geld gerne verlieren.

Business Angels geben in einer frühen Unternehmensphase Kapital – oft Beträge im fünf- bis sechs-stelligen Bereich. Sie stehen dem Unternehmen mit ihrer Expertise und ihrer Leidenschaft als Coachs zur Seite und schaffen so einen Mehrwert für das Start-up. In der Regel erwarten sie hohe Renditen, da das Risiko in dieser Phase beträchtlich ist. Im Zentrum stehen bei Business Angels das Team und die Geschäftsidee bzw. die Technologie. Die Sorgfaltsprüfung – Due Diligence genannt – ist von geringerer Bedeutung als bei Kapitalgebern, die später einsteigen.

Venture Capital (zu Deutsch: Wagniskapital) ist Geld, das von Unternehmen, Fonds oder seltener Privatpersonen bereitgestellt wird, die darauf spezialisiert sind, Unternehmensgründungen zu finanzieren und zu begleiten. Im Gegenzug erhalten die Geldgeber zumeist Aktien am Unternehmen. Das Ziel ist, nach einem bestimmten Zeitraum, oft 5–7 Jahre, die Unternehmensbeteiligungen gewinnbringend zu verkaufen. Eine Sonderform von Venture Capital ist das Corporate Venture Capital (CVC). Diese Kapitalgeber haben ein strategisches Interesse an der Investition und nicht bloss ein finanzielles. In diese Kategorie fällt auch der Smart Energy Innovationsfonds von Energie 360°, der einen Beitrag zu einer ökologisch nachhaltigen Zukunft und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz leisten will. Solche Investoren können für Start-ups Geschäftsvorteile bringen, da diese Zugang zu Experten und zum Partnernetzwerk des Investors erhalten. CVCs bringen sozusagen mehr als nur die finanzielle Unterstützung – gemeinsam das Unternehmen weiterbringen, um eine gegenseitige Win-win-Situation zu schaffen. Das ist das Ziel.

Banken haben Start-up-Programme, die individuell auf die Bedürfnisse der Unternehmen eingehen können. Während Investmentgesellschaften im Bereich Venture Capital oft mehr Interesse an der Tragbarkeit der Geschäftsidee haben, sind bei Banken die Anforderungen an eine minuziöse Kalkulation höher und sie haben schärfere Kriterien, was die Sicherheiten angeht. Banken können auch Kredite vergeben, doch aufgrund fehlender Sicherheiten sind diese für Start-ups selten zugänglich.

Mergers & Acquisitions Firmen, oder im Branchenjargon M&A Boutiquen, sind darauf spezialisiert, Käufer für und Verkäufer von Unternehmen zu finden und Firmenübernahmen zu begleiten. Für diese Dienstleistung erhalten diese Boutiquen eine Gebühr. Manche sind weltweit vernetzt und haben so Zugang zu Mitteln beispielsweise aus den USA oder aus China. Grundsätzlich sind sie eher an etablierten Unternehmen und Unternehmen in einer späten Finanzierungsrunde interessiert (Beträge zwischen CHF 5 Mio. und 10 Mio.). Für Jungunternehmen sind M&A-Firmen manchmal die letzte Möglichkeit, Kapital zu finden und deshalb für manche Geldgeber weniger attraktiv.

Crowdfunding erlaubt es, kleinere Beträge von vielen verschiedenen Unterstützerinnen und Unterstützern – zumeist Privatpersonen – zu akquirieren, die an die Idee glauben. Der Vorteil von Crowdfunding ist, dass das Risiko auf vielen Schultern verteilt wird. Zudem erhält das Produkt bereits sehr früh Visibilität und findet direkten Absatz bei den Endkunden (dient als erster Vertriebskanal). Der Nachteil ist, dass kaum Kontrolle besteht, wer sich durch ein Crowdfunding beteiligt hat und somit auch periodisch Informationen über den Geschäftsgang erhält.

Staatliche Unterstützung existiert in manchen Ländern, Kantonen oder Bundesländern in Form von Innovations- oder Technologiefonds, Förderprogrammen oder Subventionen. Die Anforderungen, Formen der Unterstützung und verlangten Sicherheiten variieren, aber gerade in zukunftsgerichteten Technologiesektoren lohnt es sich abzuklären, welche Möglichkeiten es gibt.

Wettbewerbe gibt es beispielsweise für innovative Technologien oder erfolgversprechende Businesspläne. Neben dem Preisgeld winkt auch professionelle Unterstützung bei der Prüfung und Durchführung der Geschäftsidee. Zudem verleiht die Teilnahme an Wettbewerben Ihrem Unternehmen Visibilität. Beachten Sie jedoch, dass Auszeichnungen Ihr Unternehmen beflügeln können, Ihr Fokus aber auf der Erwirtschaftung von Umsatz liegen muss.

 

 

Empfehlungen öffnen Türen

Es bleibt die Frage, wie ein Start-up-Unternehmen an die Kapitalgeber herankommt. Bei diesem Prozess ist nicht zu unterschätzen, wie wichtig Empfehlungen sind. Erhält beispielsweise eine Investmentgesellschaft eine Empfehlung von einer renommierten Professorin oder einem erfolgreichen Unternehmer, steigen die Chancen beträchtlich. Es lohnt sich, das persönliche Netzwerk sorgfältig nach Personen zu durchkämmen, die für das Vorhaben begeistert werden können und in ihren eigenen Netzwerken Empfehlungen aussprechen.

Start-ups haben die Möglichkeit, sich an Konferenzen oder Messen zu präsentieren und dort potenzielle Investoren kennenzulernen. In der Schweiz sind dies beispielsweise die Startup DAYs oder der START Summit. Fachmedien wie der Swiss Venture Capital Report geben einen Überblick über Kapitalgeber und geförderte Unternehmen. Zudem gibt es Startup Guides für verschiedene Städte. Auch Events oder Kurse von Organisationen wie digitalswitzerland, startwerk oder dem Institut für Jungunternehmen können hilfreich sein. Viele Hochschulen und Universitäten haben eine universitäre Beratungsstelle für Jungunternehmen, die aus Hochschulprojekten hervorgegangen sind. Internetplattformen wie Crunchbase oder AngelList erlauben es Start-ups, sich einem internationalen Publikum zu präsentieren und dort Zugang zu Investoren zu erhalten, die sonst nie auf das Unternehmen aufmerksam geworden wären.

 

 

Welcher Investor passt zum Unternehmen?

Bevor Sie auf Kapitalgeber zugehen, erstellen Sie eine Longlist von potenziellen Investoren. Anschliessend erarbeiten Sie einen Frage- oder Kriterienkatalog, mit dem diese Longlist auf eine Shortlist von 5–10 Investoren reduziert wird. Die Kriterien richten sich nach den Bedürfnissen Ihres Unternehmens. Beispiele können sein:

  • Zeitpunkt der Investition: frühe, mittlere, späte Unternehmensphase?
  • Benötigtes Kapital
  • Investmentkriterien und strategischer Fokus: In welche Art von Unternehmen wird investiert und mit welchem Ziel?
  • Möglichkeiten von Kooperationen mit anderen Portfolio-Unternehmen? Welche Expertise kann der Investor einbringen? Wie sieht sein Netzwerk aus?
  • Geografischer Fokus: regionaler Standort oder globale Ausstrahlung?
  • Form der Investition und Sicherheiten (z.B. Aktienpakete, Sitz im Verwaltungsrat, Beratung, Kredit usw.)
  • Zeithorizont der Investition
  • Bekanntheitsgrad des Investors
  • Persönliche Sympathien

Ist die Shortlist erstellt, dann empfiehlt es sich zu überlegen, ob Sie Personen mit hoher Glaubwürdigkeit kennen, die die Kontaktaufnahme in die Wege leiten können. Manche Investoren nehmen keine direkten Bewerbungen entgegen, sondern verlassen sich auf Empfehlungen. Investmentgesellschaften erhalten eine hohe Zahl von Anfragen zur Erstprüfung. Deshalb sollten Sie in dieser Phase ein einfach zu lesendes Pitch Deck einreichen und nicht gleich einen umfangreichen Businessplan. Ein Pitch Deck umfasst rund 10–15 Slides mit den wichtigsten Eckdaten Ihres Vorhabens sowie ein Executive Summary von nicht mehr als zwei Seiten.

 

 

Bewerben Sie sich beim Smart Energy Innovationsfonds von Energie 360°

Der Smart Energy Innovationsfonds von Energie 360° ist stets interessiert an Technologien und Geschäftsfeldern, die den Weg in eine nachhaltige Energiezukunft ebnen. In den Bereichen Cleantech, Energie, Smart Cities und Mobilität investiert der Smart Energy Innovationsfonds Ticketgrössen im Umfang von CHF 0,5–1,5 Millionen in vielversprechende Unternehmen, die sich in der späten Seed-Phase oder der frühen Unternehmensphase befinden. Im Vorteil sind Start-ups, die bereits erste Umsätze erwirtschaftet haben oder bei denen ein Markteinstieg absehbar ist.

Bewerbungen werden einerseits nach Qualitäts-, andererseits nach Kompatibilitätskriterien bewertet. Zu den Qualitätskriterien gehören beispielsweise die Qualität von Empfehlungen, vorhandenen Investoren, des Businessplans, des Geschäftsmodells, des Management-Teams, von Kunden und Partnern. Zu den Kompatibilitätskriterien zählen der Industrie- oder Marktsektor, der Entwicklungsstand des Unternehmens, der Finanzierungsbedarf, der geografische Fokus oder Synergieeffekte mit Energie 360° und anderen Portfolio-Unternehmen.

Sind Sie bereit? Wir freuen uns auf Ihr Pitch Deck und Ihr Executive Summary!

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Haben Sie Fragen zum Smart Energy Innovationsfonds?

Metin Zerman, Investment Manager, und sein Team beantworten sie Ihnen gerne.
innovationsfonds@energie360.ch

 

 

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