Jörg Wild steht Rede und Antwort

Zum Abschluss unserer Interview-Reihe ‘Interviews mit der Zukunft’ kommt die Jugend zu Wort. Ona, 12 Jahre, und Godwin, 16 Jahre, wollen es wissen und haben bei Jörg Wild nachgefragt, ob sie überhaupt noch eine Zukunft haben und wie diese aussehen könnte. Setzen Sie mit unserer Jugend und Jörg Wild auf die richtige Energie.

 

Interview Ona (12) mit Jörg Wild

Hallo, ich bin Ona, 12 Jahre alt, und will es heute genau wissen. Ich frage mal den Chef von Energie 360° persönlich, was alles für unsere Generation gemacht wird. Hallo Herr Wild. Sie sind ja der Chef hier, von Energie 360°. Ich habe ein paar Fragen vorbereitet.

Hallo Ona, das freut mich. Ich bin natürlich der Jörg und gespannt auf Deine Fragen. Dann leg mal los.

Ok, Jörg. Dann fang ich direkt an. Was machst Du für meine Generation? Also, für die kommenden Generationen. Habe ich überhaupt noch eine Zukunft?

Keine einfache Frage. Aber: ja sicher hast Du eine Zukunft. Und Deine Kinder sicher auch. Dennoch ist Deine Frage mehr als berechtigt. In Zeiten des Klimawandels müssen wir, die Erwachsenen, jetzt wirklich etwas tun. Es geht ja nicht nur darum, dass Du überhaupt eine Zukunft hast, sondern dass Deine und die kommenden Generationen eine schöne und lebenswerte Zukunft – voller Freude – haben.

Das hört sich gut an – und wie schaffen die Erwachsenen das? Also, ich stelle mir so eine Art erneuerbare Zukunft vor. Geht das überhaupt? Ab morgen zum Beispiel?

Das sind direkt drei Fragen. Eine erneuerbare Zukunft ist möglich – es ist aber eine grosse Herausforderung. Direkt ab morgen geht leider nicht – denn wir müssen unser gesamtes Energiesystem umbauen. Wir alle sind aber aufgefordert, schon ab heute die ersten Schritte für diesen Umbau zu machen. Und dann müssen wir diesen Weg Schritt für Schritt weiter gehen. Jede/r den, den er schon kann.

Jörg Wild und Ona (12)

Aber wenn ich mich draussen umschaue, denke ich manchmal, die Erwachsenen tun zu wenig. Braucht es da nicht auch erneuerbare Erwachsene?

Ha, das ist ein schöner Gedanke. Ich denke, es braucht keine erneuerbaren Erwachsenen. Aber wir brauchen sicher erneuerbare Gedanken und erneuerbares Handeln. Wir müssen umdenken und erneuerbarer leben. Und zwar jeden Tag ein bisschen mehr. Das gilt für Eltern wie auch für Unternehmen. Es heisst immer: Kinder sind die Zukunft. Aber jetzt sind wir an dem Punkt, wo wir Erwachsenen Euch Kindern erst mal eine Zukunft bieten müssen – eine erneuerbare.

Wie könnte denn so eine erneuerbare Zukunft aussehen?

Es gibt bereits viele Möglichkeiten, sich nachhaltig mit Energie zu versorgen: beispielsweise Biogas, Holzpellets, Ökostrom aus Wasserkraft, Sonne und Wind bis hin zum Energiesparen. Wir arbeiten auch an ganz neuen Energielösungen, zum Beispiel wie man mit Seewasser heizen kann. Erst, wenn alle Möglichkeiten intelligent ineinandergreifen, dann haben wir eine nachhaltige Energielösung für die Zukunft. Das geht bis zur Mobilität.

Jörg, hast Du gerade gesagt, mit Seewasser heizen? Aber der See ist doch nur im Sommer warm, und wie kann man damit heizen?

Ja, Ona, im See kann man sich nicht nur austoben, sondern man kann mit Seewasser auch heizen. Das passiert mit der Wärmetausch-Technologie. Wusstest Du, dass wir zum Beispiel im Knies Kinderzoo das Wasser für die Elefanten so heizen?

Das ist lustig, Badespass für Elefanten. Dann hat die Zukunft – ja doch eine Zukunft! Nicht nur für Elefanten, oder?

Ja, grundsätzlich schon. Alle müssen eben bereit sein, etwas mehr zu tun. Freiwillig. Zum Beispiel mehr Biogas nutzen oder Solarstrom und mit Elektroautos fahren. Am besten mit Fahrrädern. Das ist unsere Aufgabe. Jeden Tag neu denken. Oder wie hattest Du zu Beginn gesagt: Braucht es erneuerbare Erwachsene? Du siehst, wir sind dran, nach erneuerbaren Lösungen zu suchen und diese umzusetzen.

Ich würde Dir gerne ein paar kurze Fragen stellen und bitte Dich, kurz darauf zu antworten.

Dann mal los.

Wie fahre ich in 10 Jahren in den Urlaub?

Elektrisch mit dem Auto.

Klimastreik oder Friday for Future: Gut oder schlecht?

Jeder Tag sollte für die Zukunft sein.

Stoppen wir den Klimawandel?

Nur wenn alle mitmachen. Eltern wie Unternehmen.

Wie stoppen wir den Klimawandel?

Weniger reden – mehr handeln. Jeder kann heute einen Schritt machen. Gemeinsam. Hier und jetzt.

Was kostet die erneuerbare Zukunft?

Wir müssen innovative neue Technologien nutzen, damit die erneuerbare Zukunft nicht zu teuer wird.

Was machst Du persönlich?

Ich setze auf Ökostrom, nutze häufig den öffentlichen Verkehr oder gehe zu Fuss. Unser nächstes Familienauto wird ein Elektromobil sein.

Dein Wunsch für die Zukunft?

Eine Welt voller Energie. Nachhaltig und lebenswert für uns und für die kommenden Generationen.

Ich bedanke mich herzlich für das Interview.

Gern geschehen. Und auch Dir vielen Dank für Deinen Einsatz.

 

Unsere Jugend will’s wissen. Was ist Biogas?

 

Interview Godwin (16) mit Jörg Wild

Hallo, ich bin Godwin, 16 Jahre alt. Energiewende, Klimawandel, Zukunft… Ich bin hier bei Energie 360° und möchte wissen, was nun effektiv gemacht wird – für die kommenden Generationen. Dazu habe ich ein Interview mit Herrn Wild, CEO von Energie 360°, vorbereitet. Hallo, Herr Wild.

Hallo Godwin, schön dass Du da bist. Ich freue mich auf das Interview. Du darfst gerne Jörg zu mir sagen.

Das freut mich. Also, Jörg, Du bist Chef eines grossen Energieversorgers. Da liegt doch meine Zukunft in Deinen Händen. Habe ich überhaupt noch eine?

Ja, sicher. Wobei ich direkt anmerken möchte, dass jeder seine Zukunft selbst in der Hand hat. Alles andere wäre zu einfach. Verantwortung kann man abgeben oder übernehmen. Das ist ein Thema, über das ich auch öfter mit meinen eigenen Kindern rede. Deine Zukunft ist immer das, was du selbst draus machst. Eins ist auf alle Fälle sicher: die Zukunft bleibt spannend mit grossen Herausforderungen, die wir am Ende nur gemeinsam meistern können.

Warum müssen erst so viele junge Menschen auf die Strasse gehen, damit überhaupt was passiert? Da läuft doch was schief, oder?

Ganz ehrlich: Ich habe mich auch gefragt, warum erst ein 16 Jahre alter schwedischer Teenager die Welt wachrütteln muss. Es ist halt schon so: Wir haben uns an ein Leben mit viel Energieverbrauch gewöhnt – das ist sehr komfortabel. Schlussendlich muss jeder einzelne aus seiner Komfortzone heraus und seinen eigenen Beitrag leisten. Deswegen mein Statement an die Erwachsenen: Gute Pläne erarbeiten und dann auch machen. Gilt übrigens auch für die Jugendlichen.

Dann kommen wir doch direkt zum Machen. Was unternimmt denn Energie 360° gegen den Klimawandel?

Wenn wir alle eine lebenswerte Zukunft haben wollen, dann müssen wir alle auf die richtige Energie setzen, und zwar in sämtlichen Bereichen. Wir arbeiten an nachhaltigen und innovativen Energie- und Mobilitätslösungen für die Zukunft.

Das hört sich vielversprechend an. Aber ich habe auf Eurer Homepage gesehen, Energie 360° verkauft dennoch Erdgas. Wie geht das mit den erneuerbaren Energielösungen zusammen?

Das ist richtig. Wir kommen ursprünglich aus dem Gasbereich. Der Energieverbrauch in der Schweiz ist nun mal hoch. Wir müssen deshalb das ganze Energiesystem umbauen, um es schrittweise erneuerbar zu machen. Genau da liegt unsere Herausforderung, jeden Tag neue Energielösungen zu entwickeln, die eine nachhaltige Zukunft ermöglichen. So setzen wir auf Biogas und Holzpellets, bauen Wärmeverbünde auf, machen die Mobilität ökologischer und haben mit unseren Solaranlagen schon Auszeichnungen gewonnen.

Und das Erdgas?

«Du bist hartnäckig, das gefällt mir. Es ist eben nicht nur ein Schritt, den wir machen müssen, sondern es gleicht einem Marathon. Um diesen Marathon gewinnen zu können, bedarf es vieler Schritte von jedem einzelnen. Je rascher wir mit den erneuerbaren Energien vorwärtskommen, desto schneller können wir das Erdgas ersetzen. Aber auch da können wir alle heute schon einen erneuerbaren Schritt machen. Wer möchte, kann sich ab sofort bis zu 100 % mit Biogas versorgen – also komplett erneuerbar heizen.»

Jörg Wild und Godwin (16)

Warum wird das nicht gesetzlich vorgeschrieben?

Die Stadt Zürich hat gesetzlich verankert, den Energieverbrauch zu reduzieren und weniger CO2 in die Luft abzugeben. Zürich soll eine 2000-Watt Gesellschaft werden. Dabei setzt man auf Freiwilligkeit. Jede und jeder kann schon heute auf nachhaltige Energielösungen setzen oder sich zum Beispiel ein Elektroauto kaufen. Es ist schon vieles möglich. Wir müssen erneuerbar denken und erneuerbar handeln.

Das heisst, wenn ich mich für 100 % Biogas entscheide, dann würde ich bereits heute zu 100 % CO2-neutral und klimafreundlich heizen?

Richtig. Weisst Du, auch wenn wir heute noch Erdgas liefern, sind unsere Gasnetze schon heute zu 100 % zukunftsfähig. Neben Biogas können in Zukunft noch weitere erneuerbare synthetische Gase folgen, die aus erneuerbarem Solar- oder Windstrom hergestellt werden.

Verstehe. Die Gasleitung ist im Grunde genommen wie eine Stromleitung. Früher floss Atom- und Kohlestrom durchs Kabel und heute Sonne und Wind – also erneuerbar. Es käme ja keiner auf die Idee, deswegen unsere Stromleitungen abzubauen.

Ja, das ist richtig. Wir hatten früher Stadtgas, dann Erdgas und in Zukunft Biogas und synthetische Gase.

Aber es gibt doch gar nicht genug Biogas, hört man?

Am Ende kann man den Marathon nicht mit einem Schritt gewinnen. Wenn wir uns auf den Weg machen, die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen, dann liegt das Hauptaugenmerk im Einsparen. Heisst, wir brauchen in Zukunft viel mehr integrale Energielösungen. Gasnetze nur noch da, wo sie Sinn machen, mit erneuerbarem Gas. Sobald in einem Quartier erneuerbare Lösungen die Versorgung übernehmen, können wir das Gasnetz stilllegen. Wir heizen bereits mit Seewasser, kühlen mit Sonnenenergie, backen Brot mit Holzpellets, um nur einige Lösungen zu nennen.

Wie nennst du das? Integrale Energielösungen? Was ist darunter zu verstehen?

Das ist einfach: Bei uns gibt es zuerst eine 360°-Betrachtung aller energetischen Möglichkeiten. Das geht von der Versorgung mit Wärme, Kälte und Strom, der Einsparung bis hin zur Mobilität. Aufgrund dieser Voraussetzungen planen dann unsere Experten die ideale Energielösung gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden. So werden die besten Möglichkeiten zu einer Gesamtlösung integriert.

Zurück zur Ausgangslage. Was wünschst Du Dir in Zukunft?

Die Energiezukunft ist ein Generationenprojekt. Jeder kann schon heute handeln. Auch Du kannst Dir Gedanken machen. Mit unserem Konsum und Verhalten steuern wir unseren Energieverbrauch. Wann brauche ich ein neues Smartphone? Fliege ich in die Ferien oder nehme ich den Zug? Fahre ich mit dem Töffli in die Schule oder mit dem Velo? Für alles braucht man Energie. Auf den Punkt gebracht: Ich wünsche mir, dass die Menschen mehr erneuerbar denken und schon heute auf die richtige Energie setzen. Da, wo es möglich ist.

Da freue ich mich schon auf die Zukunft. Jörg, vielen Dank für das tolle Gespräch.

Lieber Godwin, ich habe zu danken. Auf die Zukunft!

 

Unsere Jugend will’s wissen. Was sind Holzpellets?

 

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